Monty Python Truppe dreht Film zusammen!

27. Januar 2012 Keine Kommentare

Wie es scheint, wird das alte Monty-Python-Team wieder zusammen einen Film drehen. Natürlich mit ein paar Einschränkungen. Graham Chapman spielt nicht mit, da die Verhandlungen mit ihm gescheitert sind. Er kann sich wohl , solange er immer noch tot ist, nicht dazu aufraffen, in einem weiteren Film mitzuwirken. Mit Eric Idle wurde nach Angaben des Producers gesprochen, er hat aber noch nicht zugesagt (Gerüchte behaupten bereits das Gegenteil).

Damit haben aber John Cleese, Terry Gilliam und Michael Palin unterschrieben, in der Science-Fiction-Farce “Absolutely Anything” Aliens ihre Stimmen zu leihen. Terry Jones entwickelte die Story zusammen mit dem Drehbuchautor Gavin Scott (Small Soldiers, Earthsea – Die Saga von Erdsee, Die Abenteuer des jungen Indiana Jones, …) und wird auch Regie führen. In einer weiteren Rolle wird Robin Williams wohl einen Hund sprechen.

Terry Jones meinte in einem Interview:

“It’s not a Monty Python picture, but it certainly has that sensibility,”

Einen Film im Stile der alten Monty-Python-Tradition wie “Das Leben des Brian” oder “Die Ritter der Kokosnuß” zu drehen , ist heute wohl unmöglich; es bleibt jedoch zu hoffen, dass die Jungs sich inhaltlich treu bleiben und eine absurde Komödie abliefern werden, wie man es qualitativ von ihnen gewohnt ist. Schließlich wurde nicht umsonst die Bezeichnung “pythonesk” erfunden, um ihre Sketche und die der Nachahmer zu klassifizieren. Sie haben Spam “erfunden” und die englische Sprache auch mit anderen Phrasen wie “And now for something completely different” und “The parrot is dead!” bereichert.

“Das Leben des Brian” war in diversen Ländern wegen des blasphemischen Inhalts verboten oder mit 18+ Einschränkungen belegt, in einigen Städten sogar fast bis heute. Und noch heute ist der Film für religiöse Vereinigungen ein Aufreger. Die Pythons waren auch stolz darauf, wie historisch präzise sie die Zeit dargestellt haben. Diese Aussage mag seltsam erscheinen angesichts z.B. der Ufo-Szene, aber die Menge an Nachforschungen, die in den Film und die Szenerie geflossen sind, war wohl immens. Vielleicht kann man sagen, dass sie die historische Wirklichkeit genauso überzeichnet haben wie in anderen Sketchen die heutige Zeit.

Auch der tägliche Alltag, Politik, Firmen, Finanzindustrie und Kultur bekamen in diversen Filmen ihr Fett ab. In aller Absurdität haben die Pythons ein zutiefst skeptisches Bild der Welt gezeichnet und man muss ihnen heute noch dankbar sein, dass sie so respektlos waren.

In Memoriam Graham Chapman:

Wie Ungleichheit der Gesellschaft schadet

26. Januar 2012 17 Kommentare

Wie Hans Rosling in diversen Videos demonstriert hat, bedeutet ein höheres Bruttonationalprodukt im Endeffekt höhere Lebenserwartung. Der Effekt ist nicht unlogisch: Mehr Geld -> Besseres Gesundheitswesen.

Das gilt allerdings nur für die Differenz bzw. den Übergang von armen Ländern zu reichen Ländern, ab einer gewissen Grenze gibt es diese Korrelation nicht mehr. Vergleicht man zwei reiche Länder mit ähnlichem Bruttonationaleinkommen (pro Person gerechnet), so finden sich signifikante Unterschiede. Zum Beispiel ist die Lebenserwartung in den USA mit 78,1 Jahren weit niedriger als in Norwegen mit 80,8 Jahren. Reichtum/Einkommen spielt scheinbar keine Rolle mehr.

Der englische Professor Richard Wilkinson hat die Thematik untersucht und herausgefunden, dass es ein klares Muster gibt: Die Arm-Reich Schere innerhalb der Gesellschaft. Je kleiner die Differenz zwischen den unteren 20% und den oberen 20% in einem Land ist, desto besser geht es der Gesellschaft als Ganzes. Das betrifft nicht nur die Lebenserwartung, sondern ein breites Spektrum an Bereichen wie Analphabetismus, Verbrechensraten, Drogensucht (auch Alkoholismus), …

Überraschend ist vielleicht, dass es auch den oberen 20% in diesen Ländern etwas besser geht. Im Endeffekt profitieren also alle, arm wie reich, von einer möglichst gleichmäßig wohlhabenden Gesellschaft.

Auf seiner Website, Equality Trust, findet man die Daten und Analysen, die diese Aussage stützen.

Hier ein interessanter Vortrag von Professor Richard Wilkinson bei TED in dem er den Effekt detaillierter als wir erklärt, ein Plädoyer an die Politik, die Menschen näher zusammenrücken zu lassen:

(Untertitel sind auf TED in 33 Sprachen, auch Deutsch, verfügbar)

Klehr Prozess: Medizinische Gutachten sind vernichtend

25. Januar 2012 3 Kommentare

Ein kleines Update zum Klehr Prozess:
Das Salzburger Fenster berichtet vom letzten Prozesstag am Montag wenig Erfreuliches für Dr. Klehr. Wenig überraschend kommen sie zu dem Schluss, dass die Eigenbluttherapie nach Klehr unwissenschaftlicher Mist sei:

„Keine wissenschaftliche Methode“

“… entbehrt nicht nur einer wissenschaftlichen Grundlage, weist auch dramatische methodische Defizite und gravierende Verletzungen der Richtlinien einer guten Herstellungspraxis auf.“

“… nicht geeignet ist, ein Gliobastom kausal (ursächlich, Red.) oder auch nur palliativ (schmerzlindernd, Red.) zu behandeln.”

Einer der Gutachter sieht auch die Sorgfaltspflicht eines Arztes verletzt: Klehr habe unethisch gehandelt. Die Gutachter folgen somit der Meinung der Anklageschrift, dass Klehr “über die Wirksamkeit seiner Behandlung getäuscht“ und sich „unrechtmäßig bereichert“ habe.

Nachtrag:
Wie das Wochenblatt berichtet musste der Prozess auf unbestimmt Zeit vertagt werden, da eine Verwandte des Verteidigers im Sterben liegt.

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Englische Universitäten machen Alt-Med. Kurse dicht

24. Januar 2012 6 Kommentare

Zur Abwechslung einmal gute Nachrichten: Ab 2012 wird es an den Universitäten Großbritanniens, die durch die öffentliche Hand gefördert werden, nicht mehr möglich sein, Abschlüsse in Homöopathie zu machen. Der gesamte Bereich der Alternativmedizin wird mehr und mehr zusammengestrichen. Wäre schön, wenn sich unsere Universitäten da ein Beispiel nehmen würden.

In den letzten Jahren sind die der Pseudomedizin zuzurechnenden Kurse nach und nach verschwunden; die Finanzierung der Studiengänge (und speziell der dubiosen) geriet immer mehr ins Blickfeld des Steuerzahlers. Von den 42 Kursen in diversen alternativmedizinischen Bereichen, in denen man vor wenigen Jahren noch Abschlüsse erwerben konnte, wurden mittlerweile 21 dicht gemacht. 2007 konnte man z.B. noch 5 Studiengänge als Bachelor der Homöopathie abschließen, heute keinen einzigen mehr.
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Ist Monsanto der Antichrist und wen interessiert’s?

22. Januar 2012 19 Kommentare

Ein beliebtes Argument bei den Gegnern der Grünen Gentechnik ist, dass Monsanto ganz einfach der Antichrist sei. Und weil die Firma der Antichrist ist, ist die Gentechnik natürlich böse.

Diese Logik ist aber im Grundsatz schon falsch. Wenn man die Technologie bewertet, ist es völlig egal, ob Monsanto der Antichrist ist, ob irgendwelche Anschuldigungen gegen die Firma wahr sind oder nicht. Es ist ganz einfach nicht relevant!

Die Vermarktung und Verwendung einer Technologie kann natürlich ökonomische, ökologische, ethische, politische usw. Faktoren haben, aber eine Technologie ist an sich nur ein Werkzeug. Weder gut noch böse.
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Klehr wird der Prozess gemacht

21. Januar 2012 11 Kommentare

In Salzburg hat gestern der lang erwartete Prozess gegen den “guten” Dr. Klehr begonnen. Er ist in drei Fällen wegen Betrugs angeklagt. Anklage wurde bereits 2008 erhoben, aber Klehr hatte sein Möglichstes getan, um den Prozess zu verhindern und den Beginn mit Einsprüchen ordentlich verzögert.

Allerdings kam er schlussendlich mit der Behauptung, dass die Berliner Universitätsklinik “Charité” seine Behandlungsmethoden verifiziert habe, nicht durch. Die “Charité” hatte im Gegenteil 2010 erfolgreich auf Unterlassung dieser Behauptung geklagt.

Die Opfer hatten Klehr insgesamt etwa 58.000 Euro (160.000 Schilling, 30.500 Euro und 15.000 Euro) gezahlt, weil er ihnen versprochen hatte, dass mit seiner Behandlungsmethode die Krebszellen vernichtet würden. Einem Patienten, der an Darmkrebs litt, hatte er Lebensverlängerung oder zumindest Linderung der Schmerzen versprochen. Nach 4 Monaten war der Patient tot. Einem Patienten mit bösartigem Hirntumor hatte er die Auflösung der Krebszellen durch seine Eigenbluttherapie versprochen. Nach 4 Monaten war dieser ebenso tot. Eine 22-jährige Polin mit Nerventumor verstarb ebenfalls, auf dem Weg von der Praxis ins Spital.

Laut dem Verteidiger hat Klehr selbstverständlich nur eine Stärkung der Widerstandskraft gegen die Krebserkrankung versprochen, nichts Konkretes. Von Heilung usw. war natürlich nie die Rede. Also dafür würde doch jeder gerne 12.000/15.000/30.500 Euro hinblättern.

Der Ausgang des Prozesses ist mit Spannung zu erwarten, nächste Woche geht es weiter. Bei einer Verurteilung drohen Klehr bis zu 10 Jahre Haft. Österreich ist für Scharlatane offensichtlich ein heißes Pflaster …

Ein Bericht zum Prozess findet sich beim ORF und Bilder dazu finden sich bei Salzburg 24.

Der Kampf gegen die Grüne Gentechnik ist gewonnen

19. Januar 2012 23 Kommentare

Es muss für manche ein Tag zum Jubeln gewesen sein, als die BASF erklärt hat, ihre Aktivität im Bereich Pflanzenbiotechnologie in Deutschland zu beenden. Greenpeace, der Bund für Umwelt und Naturschutz und ein paar andere haben sicher die Sektkorken knallen lassen. Der Krieg ist gewonnen.

Der mächtige Held Ignoranz hat über die Vernunft gesiegt und sie in den Staub getreten. Dieser Sieg hat sich allerdings schon längst abgezeichnet. Bereits im letzten Sommer wurden Forschungsfelder unter Gewaltanwendung vernichtet, Behauptungen, dass hunderttausende Bauern wegen Gentechnik Selbstmord begangen haben wurden von NGOs verbreitet und von diversen Medien ohne Kritik übernommen, große Tageszeitungen und Fernsehsendungen haben dem bequemen Zeitgeist entsprechend gegen die Gentechnik mobil gemacht.

Die Grüne Gentechnik in Deutschland ist tot; dass BASF aufgibt und grünere Wiesen sucht, ist nur ein Symptom, das Ergebnis eines langen Prozesses. Damit wird auch die Forschung in dem Bereich in Deutschland zu Grabe getragen; diese Technologie ist in Deutschland gescheitert.

Aber nicht aus rationalen Gründen, weil sie nutzlos ist oder tatsächlich versagt hat, sondern weil die kritiklos verkündeten Schauergeschichten in die Hirne der Menschen eingedrungen sind. Die Gentechnik ist zuallererst eine Technologie und als solche nicht gut oder böse. Sie ist ein Werkzeug. Und sie ist nicht perfekt.

Sie zu verwerfen ist, als werfe man den Hammer weg, weil man ja auch mit dem Kopf Nägel in die Wand schlagen kann.

Das schlimme ist, dass die meisten Menschen, die die Gentechnik ablehnen, nicht das geringste darüber wissen. In einem Kommentar zu einem schönen Artikel bei Novo Argumente wird angeführt:

Sterile Pflanzen züchten,wo Bauer jedes Jahr neues Saatgut kaufen muss freut niemanden nur diese Mafia. Und das sie in die USA gehn spricht ja für sich. Da sind die grössten Schweinereien möglich.

Es fängt damit an, dass dem Autor dieser paar Zeilen wohl der Unterschied zwischen hybridem Saatgut und gentechnisch modifiziertem Saatgut nicht klar ist. Und falls er auf die sogenannte Terminator-Technologie anspielt, die gibt es nicht. Oh, technisch schon, aber es gibt kein solches Saatgut auf dem Markt. Und selbst, wenn es so wäre, hat die Technologie auch Vorteile. Von der FDA (Food & Drug Administration, USA) hat er wohl auch noch nie gehört, wenn er annimmt, dass in den USA die “grössten Schweinereien möglich” sind.

Es ist offensichtlich einfach “modern”, dagegen zu sein, Fakten sind nicht gefragt. Die Unvernunft triumphiert in der Gentechnik-Frage, BASF kapituliert, die Gentechnik ist sowieso an allem schuld und Deutschland endlich eine gentechnisch befreite Zone.

Der Rossi E-Cat und die Nasa

18. Januar 2012 4 Kommentare

Seit einiger Zeit geistert in diversen Foren die Behauptung herum, dass die NASA kalte Fusion (neuerdings auch LENR, low-energy nuclear reactions, genannt) und den E-Cat-Reaktor von Andrea Rossi unterstütze.

Auf der NASA-Seite wurde vor einiger Zeit ein Video online gestellt, das über die Möglichkeit zur Energiegewinnung mittels LENR spricht. Die Anhänger von Rossi haben daraus, dass die NASA über ein solches Phänomen spricht, messerscharf gefolgert, dass das Rossi Gerät damit echt sein muss.

Der angebliche Reaktor von Rossi wurde vor ziemlich genau einem Jahr das erste Mal gezeigt und seitdem immer wieder von ihm demonstriert. Nur leider hat sich jede dieser Demonstrationen als wertlos erwiesen, da externe Energiequellen oder ähnliches nie ausgeschlossen werden konnten. Diverse einfach zu behebende Kritik am Messverfahren wurde wieder und wieder ignoriert und immer noch einmal dasselbe fehlerhafte Experiment wiederholt.

In unserem Wiki findet man einen äußerst umfangreichen Artikel zum E-Cat, den fehlerhaften Versuchen und auch zur Person Andrea Rossi, dessen Lebenslauf nicht unbedingt “blütenrein” zu nennen ist.

Die Vereinnahmung durch die E-Cat-Anhänger hat jedenfalls den Wissenschaftler, der im Video interviewt wurde – Joe Zawodny – dazu veranlasst, eine Klarstellung zu veröffentlichen.

Er startet mit einer Präambel, in der er sich bei seinem Arbeitgeber, der NASA, für die Möglichkeit bedankt, seine Meinung äußern zu können. Er stellt auch klar, dass jede seiner Aussagen nur seine persönliche Meinung ist. Er zweifelt nicht daran, dass Teile seiner Aussagen im Wild West Web entfremdet wiedergegeben werden und kann nur hoffen, den ursprünglichen Kontext zu darzulegen.

Dann erklärt er, wie es zur Veröffentlichung des Videos gekommen ist und was es damit auf sich hat. Es ist ein nicht technisches Video, für Laien gedacht, das sich um seine Forschung und LENR dreht. Er ist der Überzeugung als Wissenschaftler, dass Energieproduktion mit LENR möglich ist und mit Experimenten gezeigt wurde. Aber von Begriffen wie verläßlich, sinnvoll, kommerziell nutzbar oder kontrollierbar war nie die Rede. Er ist zwar der Meinung, dass weitere Forschung in diesem Bereich wünschenswert ist, aber bisher noch keine sinnvolle kommerzielle Anwendung auf der Basis dieses Phänomens demonstriert werden konnte.

Und von Rossis E-Cat und ähnlichen behaupteten Geräten grenzt er sich deutlich ab:

There have been many attempts to twist the release of this video into NASA’s support for LENR or as proof that Rossi’s e-cat really works. Many extraordinary claims have been made in 2010. In my scientific opinion, extraordinary claims require extraordinary evidence. I find a distinct absence of the latter…

Immer schön, wenn jemand Carl Sagan zitiert.

Vom E-Cat werden wir vermutlich noch eine Weile immer wieder hören; es bleibt jedoch abzuwarten, ob Rossis Unternehmung so “erfolgreich” sein wird wie Steorn oder sogar Blacklight Power, die immerhin schon seit 15 Jahren ein funktionierendes Gerät “in ein paar Monaten” versprechen …

Wenn Engel über Felder wandern

17. Januar 2012 5 Kommentare

Das Bayrische Fernsehen hat vor kurzem einen sehenswerten Beitrag über die Nymphen-Oase von Mertingen gebracht, in der der Bürgermeister einen Geomanten beauftragt hat, Baugrund zu untersuchen. Dieser hat klar erkannt, dass da die Nymphen tanzen, ja sogar durch “Fernpeilung” einen strahlenden Engelfokus als helle Lichtenergie wahrgenommen hat. Na, da hat sich das Geld ja gelohnt, wenn man jetzt ein Rückzugsgebiet für die scheuen Waldwesen einplanen kann …

Und der Mann weiß wohl wovon er spricht, hat er doch sogar eine Diplomarbeit über Geomantie geschrieben, für die er an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf ein glatte Eins bekommen hat.

Den eigentlichen Beitrag findet man hier und zum Ausklang kann man sich bei uns mit Tschi-Gong und etwas Sheng-Fui verabschieden lassen:

Der Preis des bewussten Lebens (11) – Nur echt mit dem Magneten

15. Januar 2012 13 Kommentare

Das Jahr 2012 bricht an, und heute werfen wir einen Blick in die „Wohlfühlwelt“ von Aalenaa in Kißlegg im Allgäu. Dort verkünden die Betreiber, Meike und Michael Paasch, in ihren „Leitlinien“:

„Wir vertreiben nur Produkte, die wir mit Begeisterung selbst gebrauchen“.

Lustig muss es bei Paaschs zugehen, wenn man sich das Sortiment anschaut:

- man kleidet sich in Farben der ayurvedischen Typenlehre

- man speist regelmäßig Algen

- zwischendurch gern auch mal in Pralinenform

- im trauten Heim sorgen Glaswürfel mit 6 cm Seitenlänge für 77 € das Stück für energetisch harmonisierte Räume, zumindest in einem Radius von 80 cm, und wenn Paaschs verreisen, dürfen es noch mal 20 € mehr sein

- geduscht wird natürlich rechtsdrehend

- beim Sporten greift man zur Erfrischung nicht zum handelsüblichen 0,75-Liter-Bidon aus dem Fachhandel für dreifuffzich, sondern standesgemäß zum siebenfachen Chakren-Set für 65 €, wahlweise zu ausgewählten Einzelstücken für knappe 10 € das Stück

- die Kinderchen werden mit Prof. Emotos Wassergesülze frühzeitig auf Kurs gebracht

- und selbst die Haare werden noch mit „wertvollen alchemistischen Essenzen aus Gold, Perlen und Amethyst“ etc. pp. für schlappe 77 € vitalisierend traktiert.

Überhaupt schwingt es bei Meike und Michael an allen Ecken und Enden. Wem von dem vielen Schwingen blümerant wird, dem wird hier selbstverständlich mit noch mehr Schwingung geholfen – und damit sind wir in der wunderbaren Wohlfühlwelt des Magnetismus angelangt.

Solche lustigen Maskeraden sollen dazu dienen, Permanentmagneten am Körper zu befestigen:

Es gehört zu den skurrilen Erscheinungen der Energetikerszene, einerseits auf jegliche Erwähnung des Elektromagnetismus mit nervösen Ausschlägen zu reagieren, sich andererseits aber mit allerlei heilkräftigem magnetischen und elektromagnetischen Zeugs zu umgeben. Auch hier geht es angeblich um eine „sanfte Magnetfeldtherapie“. Was genau therapiert werden soll, wird nicht ganz klar. Klar ist nur, dass für diese Bandagen Preise von 40 bis knapp 140 € aufgerufen werden, je nach dem Grad der Entstellung, den der Kunde noch akzeptiert. Einzig erkennbares Funktionsprinzip: die bedeckten Körperregionen werden durch die verwendeten Textilien mollig warm gehalten; sie bestehen jeweils aus mehreren Lagen Frottee, Baumwolltuch und Fleece.

Trotz aller Beteuerungen: Vergeblich versuche ich mir Familie Paasch vorzustellen, wie sie sich zu Hause schwitzend und mit Magneten behängt über die Dielen schleppen.

Wer übrigens meint, das Wärmegefühl, das sich beim Tragen der Magnoflex-Bandagen unvermeidbar einstellt, komme von den Magneten, erhält die goldene Pappnase.

 

Aber nur echt mit dem Magneten vorne dran!

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