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	<title>EsoWatch</title>
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	<description>Ein kritischer Blog rund um Esoterik.</description>
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		<title>Schöner Leben mit Homöopathie, oder auch kürzer</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Jul 2010 10:01:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rincewind</dc:creator>
				<category><![CDATA[Homöopathie]]></category>
		<category><![CDATA[Cortison]]></category>
		<category><![CDATA[Süddeutsche]]></category>

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		<description><![CDATA[Das steht heute auf der Webseite der Süddeutschen: Globuli statt Cortison Frau mit schwerer Leberkrankheit verklagt Arzt nach homöopathischer Behandlung Eine Münchner Lehrerin leidet an einer sehr seltenen Krankheit: Das eigene Immunsystem greift die Leberzellen an, wodurch es zu Hepatitis und einer Leberzirrhose kommt. Ohne richtige Behandlung endet diese Autoimmunkrankheit meist tödlich. Doch der schulmedizinischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das steht heute auf der Webseite der Süddeutschen:</p>
<blockquote>
<div>
<h1>Globuli statt Cortison</h1>
<p><strong>Frau mit schwerer Leberkrankheit verklagt Arzt nach homöopathischer Behandlung</strong></p>
<p>Eine Münchner Lehrerin leidet an einer sehr seltenen Krankheit: Das  eigene Immunsystem greift die Leberzellen an, wodurch es zu Hepatitis  und einer Leberzirrhose kommt. Ohne richtige Behandlung endet diese  Autoimmunkrankheit meist tödlich. Doch der schulmedizinischen Therapie  stand die Frau &#8211; gelinde gesagt &#8211; skeptisch gegenüber und ließ sich  homöopathisch behandeln. Weil inzwischen aber fraglich ist, wie lange  sie ohne eine Spenderleber weiterleben kann, hat sie ihren Arzt auf  Schadensersatz und Schmerzensgeld verklagt.</p>
</div>
</blockquote>
<p><a href="http://www.sueddeutsche.de/V5r38F/3480519/Globuli-statt-Cortison.html">Hier gehts zum Artikel</a></p>
<p>Nebenbei auch wieder mal ein gutes Beispiel, wie &#8220;kostengünstig&#8221; Homöopathie sein kann, vermutlich braucht sie jetzt eine Spenderleber oder stirbt. Wobei letzteres natürlich die Rentenkassen entlastet &#8230;</p>
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		<item>
		<title>Petition zur Erstattung der Homöopathie durch die GKV</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Jul 2010 18:57:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cohen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Homöopathie]]></category>
		<category><![CDATA[GKV]]></category>
		<category><![CDATA[Petition]]></category>

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		<description><![CDATA[Da hatte jemand eine großartige Idee: Text der Petition Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass die Homöopathie aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gestrichen wird. Die Streichung soll so lange fortbestehen, bis eine Wirksamkeit dieser pseudowissenschaftlichen Methode nachgewiesen wird. Begründung Es gibt bisher keine nachgewiesene Wirkung von homöopathischen Medikamenten; es gibt keinen medizinischen Nutzen. Durch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da hatte jemand eine großartige Idee:</p>
<blockquote><p><strong>Text der Petition</strong></p>
<p>Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass die Homöopathie aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gestrichen wird.<br />
Die Streichung soll so lange fortbestehen, bis eine Wirksamkeit dieser pseudowissenschaftlichen Methode nachgewiesen wird.</p>
<p><strong>Begründung</strong></p>
<p>Es gibt bisher keine nachgewiesene Wirkung von homöopathischen Medikamenten; es gibt keinen medizinischen Nutzen.<br />
Durch eine bevorzugte Erstbehandlung mit homöopathischen Mitteln kommt es zu Krankheitsverläufen, die anschließend mit einem erhöhten Aufwand an wissenschaftlicher Medizinversorgung ausgeglichen werden müssen.<br />
Die Kostenübernahme verursacht überflüssige Ausgaben, die gespart werden können.</p>
<p>Sämtliche Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen haben ein Anrecht, dass die gezahlten Beiträge effizient und wirkungsvoll eingesetzt werden. Die Kostenübernahme spiegelt dagegen eine von den Krankenkassen anerkannte medizinische Wirksamkeit vor, da sie diese auch bezahlen. Dies wurde bisher aber noch nie nachgewiesen.</p>
<p>Die Homöopathie ist in vielen Ländern &#8211; u.a. aufgrund aufgeführter Begründungen &#8211; aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gestrichen worden. </p></blockquote>
<p><a href="https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=13042">Petition: Gesetzliche Krankenversicherung &#8211; Leistungen &#8211; - Streichung der Homöopathie aus dem Leistungskatalog vom 13.07.2010</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Eva Herman: Göttliche Rache auf der Loveparade in Duisburg?</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Jul 2010 15:52:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Conni</dc:creator>
				<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Eva Herman]]></category>
		<category><![CDATA[Kopp-Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Loveparade]]></category>
		<category><![CDATA[Sodom und Gomorrha]]></category>

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		<description><![CDATA[Eva Herman meldete sich im Rahmen des Loveparade-Unglücks, bei dem 19 Menschen durch eine Massenpanik ums Leben kamen, zu Wort. Sie vergleicht die Veranstaltung mit biblischen Szenen aus Sodom und Gomorrha und sieht die Veranstaltung als Sex- und Drogenorgie, die auch noch mit öffentlichen Mitteln finanziert werde. Für Herman ist die Veranstaltung das Sinnbild des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Eva_Herman">Eva Herman</a> meldete sich im Rahmen des Loveparade-Unglücks, bei dem 19 Menschen durch eine Massenpanik ums Leben kamen, zu Wort.  Sie vergleicht die Veranstaltung mit biblischen Szenen aus Sodom und  Gomorrha und sieht die Veranstaltung als Sex- und Drogenorgie, die auch noch mit öffentlichen Mitteln finanziert werde. Für  Herman ist die Veranstaltung das Sinnbild des geistigen und kulturellen  Untergangs unserer Gesellschaft und sie bezeichnet die Teilnehmer pauschal als Menschen ohne Moral, Sittlichkeit und Anstand. Sie spricht der Veranstaltung jede kulturelle Relevanz ab und wähnt gar teuflische Mächte am Werk. In ihrem  Resümee geht Eva Herman sogar so weit, das geschehene Unglück als  Wirken göttlicher Mächte zu erklären, die das gottlose Treiben beenden  wollten.  Sie spricht von einer Erleichterung, die sie angesichts des  Endes der Loveparade empfindet.</p>
<p><del datetime="2010-07-25T17:34:03+00:00">Den im <a href="http://http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Kopp-Verlag">Kopp-Verlag</a> erschienenen Artikel, der inzwischen wieder gelöscht wurde, kann man <a href="http://www.esowatch.com/ge/images/7/73/Herman-loveparade2010.jpg">hier</a> nachlesen.</del></p>
<p>Nachdem der Artikel zwischendurch nicht abrufbar war, ist er <a href="http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/eva-herman/sex-und-drogenorgie-loveparade-zahlreiche-tote-bei-sodom-und-gomorrha-in-duisburg.html">auf der Webseite des Kopp-Verlages</a>  mit anderen Fotos wieder online.</p>
<p>Diese Nachricht haben wir von <a href="http://www.news-adhoc.com/eva-hermann-sorgt-mit-loveparade-kommentar-fuer-empoerung-idna2010072597504/">hier</a> übernommen.<br />
<span id="more-1828"></span><br />
Nachtrag:<br />
Sehr lesenswert: <a href="http://www.derwesten.de/blogs/ingeborch/stories/8114/">Ingeborch nimmt sich Frau Herman auf Hochdeutsch zur Brust</a>:</p>
<blockquote><p>Während die Polizei und die Veranstalter noch analysieren, wie es zu dem Unglück kommen konnte, wissen Sie, Frau Herman, am Tag danach bereits  genau Bescheid. Schuld sind Ihrer Meinung nach „die Achtundsechziger“, welche die Werte, die unter Hitler und in den Fünfziger Jahren noch Gültigkeit hatten, radikal und nur aufs eigene Vergnügen ausgerichtet abschafften. </p></blockquote>
<p>und:<br />
<a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/fischblog/verhaltensforschung/2010-07-25/loveparade-ungl-ck-in-duisburg-war-der-eingang-gro-genug">Loveparade-Unglück in Duisburg: War der Eingang groß genug?</a> im Fischblog.</p>
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		<item>
		<title>Die Macht der bösen Gedanken- der Noceboeffekt</title>
		<link>http://blog.esowatch.com/?p=1817</link>
		<comments>http://blog.esowatch.com/?p=1817#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 24 Jul 2010 09:52:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cohen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Nebenwirkungen]]></category>
		<category><![CDATA[Noceboeffekt]]></category>
		<category><![CDATA[Placeboeffekt]]></category>
		<category><![CDATA[Voodoo]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine großartige Sendung zur Macht des Noceboeffektes, über Konditionierung und Erwartungshaltung: Die Macht der bösen Gedanken Wie der Geist den Körper krank macht Von Kristin Raabe Flüche funktionieren. Zahlreiche Fälle sind bekannt, von Menschen, die allein durch den Glauben an eine Krankheit krank wurden und im Extremfall sogar starben. Dazu braucht es keine schwarze Magie, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine großartige Sendung zur Macht des <a href="http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Nocebo">Noceboeffektes</a>, über <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Konditionierung">Konditionierung</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Erwartung_%28Soziologie%29">Erwartung</a>shaltung:</p>
<blockquote><p><strong>Die Macht der bösen Gedanken</strong><br />
<em>Wie der Geist den Körper krank macht<br />
Von Kristin Raabe</em></p>
<p>Flüche funktionieren. Zahlreiche Fälle sind bekannt, von Menschen, die allein durch den Glauben an eine Krankheit krank wurden und im Extremfall sogar starben. Dazu braucht es keine schwarze Magie, eine falsche ärztliche Prognose reicht oft schon aus &#8211; Mediziner sprechen vom Nocebo-Effekt, dem bösen Bruder des Placebo-Effekts. </p></blockquote>
<p><a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/wib/1137260/">DLF, WISSENSCHAFT IM BRENNPUNKT, Die Macht der bösen Gedanken</a> </p>
<p><a href="http://www.dradio.de/aodflash/player.php?station=1&#038;broadcast=179926&#038;datum=20100314&#038;playtime=1268580601&#038;fileid=dcfc46b7&#038;sendung=179926&#038;beitrag=1137260&#038;/">Sendung als Flash zum Nachhören</a><br />
<a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/03/14/dlf_20100314_1630_dcfc46b7.mp3">Sendung als MP3 zum Nachhören</a></p>
<p>Das haben wir bei der <a href="http://blog.gwup.net/2010/07/23/warum-gibt-es-den-placebo-effekt/">GWUP gefunden</a>, danke.</p>
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		</item>
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		<title>Homöopathielinks der letzten Tage</title>
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		<pubDate>Sat, 24 Jul 2010 07:47:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cohen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Homöopathie]]></category>

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		<description><![CDATA[Medizin ohne Höflichkeit: Homöopathie ist Schwachsinn in Zucker DocCheckNews: Aufmarsch der Globulisierungsgegner Ingeborch_Schubiak: Wir glauben nich an Viren und Bakterien! SBM: Taking On Homeopathy in Germany Stupidedia: Homöopathie excanwahn-Blog: Mail an Lauterbach kidmed-Blog: Die homöopathische Potenzierung des Tages Gedankenabfall: Babys homöopathisch misshandeln (ELTERN-Zeitschrift 7/2010) Plazeboalarm: Bei Tieren gibt es (k)einen Placeboeffekt RatioBlog: Warum Pseudomedizin nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://antischarlatan.blogspot.com/2010/07/homoopathie-ist-schwachsinn-in-zucker.html">Medizin ohne Höflichkeit: Homöopathie ist Schwachsinn in Zucker</a></p>
<p><a href="http://news.doccheck.com/de/article/200391-aufmarsch-der-globulisierungsgegner/">DocCheckNews: Aufmarsch der Globulisierungsgegner</a></p>
<p><a href="http://www.derwesten.de/blogs/ingeborch/stories/8095/">Ingeborch_Schubiak: Wir glauben nich an Viren und Bakterien!</a></p>
<p><a href="http://www.sciencebasedmedicine.org/?p=6146">SBM: Taking On Homeopathy in Germany</a></p>
<p><a href="http://www.stupidedia.org/stupi/Hom%C3%B6opathie">Stupidedia: Homöopathie</a></p>
<p><a href="http://excanwahn.wordpress.com/2010/07/12/mail-an-lauterbach/">excanwahn-Blog: Mail an Lauterbach</a></p>
<p><a href="http://kidmed.de/?p=336">kidmed-Blog: Die homöopathische Potenzierung des Tages</a></p>
<p><a href="http://gedankenabfall.blogspot.com/2010/06/babys-homoopathisch-misshandeln-eltern.html">Gedankenabfall: Babys homöopathisch misshandeln (ELTERN-Zeitschrift 7/2010)</a></p>
<p><a href="http://www.scienceblogs.de/plazeboalarm/2010/07/bei-tieren-gibt-es-keinen-placeboeffekt.php">Plazeboalarm: Bei Tieren gibt es (k)einen Placeboeffekt</a></p>
<p><a href="http://www.ratioblog.de/entry/warum-pseudomedizin-nicht-totzukriegen-ist">RatioBlog: Warum Pseudomedizin nicht totzukriegen ist</a></p>
<p>Das ist nur eine sehr kleine Auswahl, vielleicht könnt Ihr in den Kommentaren noch ein paar interessante Links dazuposten.<br />
Die pflegen wir dann auch noch ein.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Freiwillige vor..</title>
		<link>http://blog.esowatch.com/?p=1805</link>
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		<pubDate>Mon, 19 Jul 2010 11:26:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>WikiSysop</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Anthroposophie]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir könnten im Moment dringend Unterstützung gebrauchen. Es geht um ein neues Web-Projekt, das sich kritisch mit Waldorf und Anthroposophie befassen wird. Wir bräuchten jemanden, der vorhandene Quellen zusammenfasst, evtl auch selber recherchiert und das ganze dann ins Web stellt. Webspace etc. ist vorhanden und wird gestellt. Kentnisse eines CMS wären nützlich- welches ist egal, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir könnten im Moment dringend Unterstützung gebrauchen. Es geht um ein neues Web-Projekt, das sich kritisch mit Waldorf und Anthroposophie befassen wird. Wir bräuchten jemanden, der vorhandene Quellen zusammenfasst, evtl auch selber recherchiert und das ganze dann ins Web stellt. Webspace etc. ist vorhanden und wird gestellt. Kentnisse eines CMS wären nützlich- welches ist egal, wir sind noch nicht festgelegt. Wer Zeit und Interesse hat, meldet sich per Email bei info ät esowatch dot com. Danke im Voraus!</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>HIV und AIDS: Ben Goldacre über Matthias Rath</title>
		<link>http://blog.esowatch.com/?p=1786</link>
		<comments>http://blog.esowatch.com/?p=1786#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 15 Jul 2010 15:21:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Godesberg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.esowatch.com/?p=1786</guid>
		<description><![CDATA[Vom 18. bis 23. Juli findet in Wien die 18. Internationale AIDS-Konferenz statt. Esowatch nimmt diese Veranstaltung zum Anlass, einen etwas ungewöhnlichen Artikel zu bringen, in dem es auch um einen der Vorgängerkongresse geht und um AIDS-Dissidenten wie Peter Duesberg, der sich auch zur kommenden Konferenz zu Wort meldet. Es handelt sich um ein Kapitel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vom 18. bis 23. Juli findet in Wien die <a href="http://www.aids2010.org/">18. Internationale AIDS-Konferenz</a> statt. Esowatch nimmt diese Veranstaltung zum Anlass, einen etwas ungewöhnlichen Artikel zu bringen, in dem es auch um einen der Vorgängerkongresse geht und um AIDS-Dissidenten wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Duesberg">Peter Duesberg</a>, <a href="http://derstandard.at/1277338177618/Umstrittene-Meinung-Aids-Kritiker-behauptet-HIV-ist-harmlos">der sich auch zur kommenden Konferenz zu Wort meldet</a>.</p>
<p>Es handelt sich um ein Kapitel aus <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3596185106/">Ben Goldacres Buch &#8220;Die Wissenschaftslüge&#8221;</a>, das aus seiner hervorragenden Serie <a href="http://www.guardian.co.uk/science/series/badscience"><em>Bad Science</em> im englischen <em>Guardian</em></a> hervorgegangen ist. In dem Kapitel geht es um den deutschen Mediziner<a href="http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Matthias_Rath"> Dr. Matthias Rath</a>, mit dem Goldacre auch auf juristischer Ebene aneinandergeraten ist.</p>
<p>Aufgrund der gerichtlichen Auseinandersetzung ist das hier vorliegende Kapitel zunächst nicht in der englischen Originalfassung des Buches erschienen.</p>
<p>Ben hat uns freundlicherweise die deutsche Fassung des Kapitels zur Veröffentlichung bereitgestellt:</p>
<p><span id="more-1786"></span></p>
<p>PDF:<a href="http://blog.esowatch.com/wp-content/uploads/2010/07/Die-Wissenschaftslüge-Kapitel-7.pdf"> Die  Wissenschaftslüge Kapitel 7</a></p>
<address><strong>Auszug aus: Ben Goldacre, Die Wissenschaftslüge</strong></address>
<address><strong>Fischer, ISBN-10:</strong> 3596185106</address>
<p><strong> </strong></p>
<h2><strong>Und jetzt wird Sie der Arzt verklagen</strong></h2>
<p>Dieses Kapitel erschien nicht in der ursprünglichen Ausgabe dieses Buches, da ich einen Prozess zu führen hatte, der sich über fünfzehn Monate erstreckte, bis zum September 2008.</p>
<p>Der Vitaminpillen-Vertreiber Matthias Rath hatte mich persönlich sowie den Guardian wegen Verleumdung verklagt. Diese Strategie brachte ihm nur einen gemischten Erfolg. Auch wenn Ernährungswissenschaftler in der Öffentlichkeit faseln, dass jeder, der Kritik an ihnen übt, in irgendeiner Weise eine Schachfigur der Pharmakonzerne sei, sollten sie sich im Privaten doch vor Augen führen, dass ich, wie viele meines Alters, die im öffentlichen Bereich tätig sind, nicht im Besitz einer Immobilie bin. Der Guardian war so großzügig, meine Anwaltskosten zu übernehmen, und im September 2008 ließ Rath dann die Anklage fallen, die mich mehr als 500 000 Pfund gekostet hatte. Rath hat bereits 220 000 Pfund überwiesen, der Rest wird hoffentlich auch bald eintrudeln. Niemand aber wird mir je die endlosen Besprechungen bezahlen, den Arbeitsausfall oder die vielen Tage, an denen ich über Stapeln von Gerichtsakten voller Querverweise brütete.</p>
<p>Was diesen letzten Punkt anbelangt, so gibt es jedoch einen kleinen Trost, und ich werde ihn auf der Habenseite verbuchen: Ich weiß jetzt mehr über Matthias Rath als jeder andere. Meine Notizen, Quellen und Zeugenaussagen, die in dem Zimmer eingeschlossen sind, in dem ich gerade sitze, ergeben einen Stapel, der fast das Körpermaß von Rath selbst erreicht, und was ich hier schreibe, ist nur ein winziger Bruchteil dessen, was noch darauf wartet, über ihn zu Papier gebracht zu werden. Dieses Kapitel, ich sollte es erwähnen, ist für jedermann, der sich dafür interessiert, frei im Internet verfügbar.</p>
<p>Matthias Rath reißt uns grob aus der fast akademisch reservierten Distanz dieses Buches. Zum größten Teil waren wir an den intellektuellen und kulturellen Konsequenzen der Pseudowissenschaft interessiert, an den erfundenen Details in nationalen Zeitungen, den dubiosen akademischen Praktiken an Universitäten, dem Hausieren mit albernen Pillen und so weiter. Aber was geschieht, wenn wir diese Taschenspielertricks, diese Vermarktungsstrategien aus dem dekadenten Kontext unserer westlichen Welt in eine Situation verpflanzen, wo es wirklich darauf ankommt?</p>
<p>In einer idealen Welt wäre dies nur ein Gedankenexperiment. Aids ist das Gegenteil einer belanglosen Geschichte. 25 Millionen Menschen sind bereits daran gestorben, drei Millionen allein im letzten Jahr, davon 500 000 Kinder. In Südafrika tötet die Seuche jährlich 300 000 Menschen: Das sind 800 Menschen am Tag beziehungsweise einer alle zwei Minuten. Dieser eine Staat hat 6,3 Millionen HIV-Infizierte, einschließlich 30 Prozent aller schwangeren Frauen, und 1,2 Millionen Aids-Waisen unter 17 Jahren. Und das Schrecklichste: Diese Katastrophe ist plötzlich aufgetaucht, vor unseren Augen: 1990 waren nur ein Prozent der Erwachsenen in Südafrika HIV-positiv. Zehn Jahre später war die Zahl auf 25 Prozent gestiegen.</p>
<p>Es ist schwer, auf Zahlen emotional zu reagieren, aber über eine Sache sind wir uns wohl einig: Wenn Sie in eine Situation geraten würden, in der so viel Tod, Elend und Krankheit herrschen, dann wollten Sie absolut sicher sein, dass Sie wissen, wovon Sie reden. Aus den Gründen, die Sie gleich lesen werden, hege ich den Verdacht, dass Matthias Rath sich ordentlich vergaloppiert hat. Für diesen Mann, damit wir uns recht verstehen, sind wir alle verantwortlich.</p>
<p>Rath, der in Deutschland geboren und aufgewachsen ist, leitete das Forschungszentrum für Herz- und Gefäßerkrankungen am Linus Pauling Institute im kalifornischen Palo Alto. Schon damals neigte er zu großen Gesten und veröffentlichte 1992 einen Artikel im Journal of Orthomolecular Medicine mit dem Titel »A Unified Theory of Human Cardiovascular Disease Leading the Way to the Abolition of this Disease as a Cause for Human Mortality«, in dem er hochdosierte Vitamingaben gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen empfahl.</p>
<p>Er gründete zunächst einen Stützpunkt in Europa, von dem aus er seine Pillen verkaufte, wobei er die altbekannten Vermarktungsstrategien einsetzte, wenn auch etwas aggressiver. Im Vereinigten Königreich zum Beispiel warb er mit der Behauptung, dass »90 Prozent der an Krebs erkrankten Patienten, die sich einer Chemotherapie unterziehen, bereits wenige Monate nach Beginn der Behandlung sterben«. Drei Millionen Leben könnten gerettet werden, wenn sich die Krebspatienten nicht mit konventioneller Medizin behandeln ließen. Die Pharmakonzerne, erklärte er, ließen die Menschen aus Gewinnsucht absichtlich sterben. Krebsmittel seien »toxische Verbindungen«, nicht eines davon sei wirksam.</p>
<p>Die Entscheidung, sich einer Krebstherapie zu unterziehen, kann die schwierigste sein, die ein Einzelner oder eine Familie jemals zu treffen hat, zumal sie eine Gratwanderung ist zwischen einem gut dokumentierten Nutzen und ebenso gut dokumentierten Nebenwirkungen. Dergleichen Werbetexte könnten besonders heftige Gewissensbisse auslösen, wenn beispielsweise Ihre Mutter in der Chemotherapie gerade ihre gesamten Haare verloren hat, in der Hoffnung, noch lange genug am Leben zu bleiben, um Ihren Sohn sprechen zu hören.</p>
<p>Es gab zwar in Europa einige behördliche Maßnahmen gegen Rath, aber sie genügten nicht, um ihm das Handwerk zu legen. Die britische Werbeaufsichtsbehörde ASA rügte ihn wegen einer seiner Werbeanzeigen im Vereinigten Königreich, aber mehr konnte sie nicht tun. Rath erhielt von einem Berliner Gericht die Anordnung, er solle die Behauptung zurücknehmen, seine Vitamine könnten Krebs heilen, oder eine Strafe von 250 000 Euro zahlen. Aber die Umsätze waren auch weiterhin gut, und Matthias Rath erfreut sich nach wie vor großen Zuspruchs in Europa, wie Sie in Kürze sehen werden. Strotzend vor selbstgefälliger Zuversicht und mit dem Vermögen, das er als erfolgreicher Vitaminpillen-Hersteller in Europa und Amerika angehäuft hatte, ging er nach Südafrika und schaltete dort ganzseitige Anzeigen in Zeitungen. »Das ist die Antwort auf die Aids-Epidemie«, hieß es dort. Antiretrovirale Medikamente seien toxisch und Mittel einer Verschwörung mit dem Ziel, die Patienten zu töten und dabei Geld zu machen. »Schluss mit dem Aids-Genozid durch das Pharmakartell!«, lautete eine Schlagzeile. »Warum sollen Südafrikaner weiterhin mit AZT vergiftet werden? Es gibt eine natürliche Antwort auf Aids.« Diese Antwort kam in Form von Vitaminpillen. »Eine Multivitaminbehandlung ist wirksamer als jedes toxische Aids-Medikament.« – »Multivitaminpillen halbieren das Risiko, an Aids zu erkranken.«</p>
<p>Raths Firma gründete Behandlungszentren, in denen er seine Ideen umsetzte, und 2005 beschloss er, seine Vitamine in einer Township namens Khayelitsha, unweit von Kapstadt, einer Studie zu unterziehen. Er verabreichte Personen mit Aids im fortgeschnittenen Stadium seine eigene Formel, VitaCell. 2008 wurde seine Studie vom Cape High Court of South Africa für ungesetzlich erklärt. Entgegen der Behauptung Raths, seine Studienteilnehmer hätten von vornherein keine antiretroviralen Medikamente eingenommen, sagten deren Angehörige, dies sei falsch, sie hätten die Arzneien erst auf sein Drängen hin abgesetzt.</p>
<p>Tragischerweise stieß Matthias Rath mit seinen Ideen nicht auf taube Ohren. Thabo Mbeki, damals Präsident von Südafrika, gehörte bekanntermaßen den sogenannten Aids- Dissidenten an, und während in seinem Land alle zwei Minuten ein Mensch der Seuche erlag, schenkte er zum Entsetzen der ganzen Welt den Aussagen einer kleinen Gruppe von Aktivisten Gehör, die behaupten, dass Aids nicht existiere, dass es nicht von HIV verursacht werde, dass hochaktive antiretrovirale Medikamente mehr Schaden als Nutzen brachten und so fort.</p>
<p>Während die Aids-Epidemie in Südafrika die höchste Sterberate erreicht hatte, argumentierte die dortige Regierung, das HI-Virus sei nicht die Ursache für Aids, und antiretrovirale Medikamente bewirkten demnach gar nichts. Sie weigerte sich entsprechend, vernünftige Behandlungsprogramme zu lancieren, und lehnte es ab, Medikamentenspenden oder Geld vom Global Fund für den Kauf von Medikamenten anzunehmen. In einer Studie heißt es: Hätte die südafrikanische Staatsregierung antiretrovirale Medikamente zur Prävention und Behandlung ebenso zum Einsatz gebracht wie die Provinz Western Cape (die sich in diesem Punkt der Staatspolitik widersetzte), hätten in den Jahren 1999 bis 2007 etwa 171 000 Neuinfizierte und 343 000 Tode verhindert werden können. Eine andere Studie schätzt, dass zwischen 2000 und 2005 330 000 Menschen unnötigerweise starben – 2,2 Millionen verlorene Personenjahre – und 35 000 Kinder unnötigerweise mit dem HI-Virus auf die Welt kamen, weil es nicht gelungen war, ein kostengünstiges und einfaches Schutzprogramm einzuführen, um die Mutter-Kind-Übertragung von HIV zu verhindern. Eine bis drei Gaben von hochwirksamen ARV-Medikamenten können die Übertragung dramatisch reduzieren. Die Kosten wären geringfügig gewesen, aber die Medizin war nicht verfügbar.</p>
<p>Interessanterweise rechnet es sich Matthias Raths Kollege und Angestellter, ein südafrikanischer Barrister namens Anthony Brink, als Verdienst an, Thabo Mbeki viele dieser Ideen nahegebracht zu haben. Brink stieß Mitte der 1990er Jahre auf die Argumente der »Aids-Dissidenten«, und nachdem er sich im Internet und in Büchern über die Bewegung schlau gemacht hatte, kam er zu der Überzeugung, dass ihre Mitglieder recht hatten. 1999 schrieb er in einer Johannesburger Zeitung einen Artikel über AZT mit dem Titel »Medizin aus der Hölle«. Der Text führte zu einem öffentlichen Schlagabtausch mit einem der führenden Virologen. Brink nahm mit Mbeki Kontakt auf, sandte ihm Kopien der Debatte und wurde als Experte begrüßt. Dies ist ein erschreckendes Zeugnis dafür, wie gefährlich es ist, Spinnern eine Bühne zu schaffen, indem man sich mit ihnen einlässt. In seinem anfänglichen Bewerbungsschreiben an Matthias Rath stellte Brink sich als »Südafrikas führender Aids-Dissident « vor, »bekannt vor allem wegen meines enthüllenden Artikels über die Toxizität und Wirkungslosigkeit von Aids-Medikamenten und wegen meines politischen Engagementsin diesem Zusammenhang, das Präsident Mbeki und Gesundheitsministerin Dr. Tshabalala-Msimang 1999 dazu bewog, diese Arzneistoffe abzulehnen.«</p>
<p>Im Jahr 2000 fand in Durban die mittlerweile verrufene Welt-Aids-Konferenz statt. Der Beratungsausschuss von Präsident Mbeki wurde schon im Vorfeld mit Aids-Leugnern vollgepackt; auch Peter Duesberg und David Rasnick waren darunter. Am ersten Tag schlug Rasnick vor, HIV-Tests prinzipiell zu verbieten und Südafrikas Blutkonserven künftig nicht mehr auf HIV testen zu lassen. »Wenn ich die Macht hätte, den HIV-Antikörper-Test global für ungesetzlich zu erklären«, sagte er, »dann würde ich es tun.« Als afrikanische Ärzte von den drastischen Veränderungen berichteten, die Aids in ihren Praxen und Krankenhäusern verursacht hatte, behauptete Rasnick, er habe »keine Spur« von einer Aids-Katastrophe gesehen. Die Medien waren nicht zugelassen, doch ein Reporter von der Village Voice war anwesend. Peter Duesberg, sagte dieser, »hielt einen Vortrag, der so meilenweit von der afrikanischen Ärzterealität entfernt war, dass einige Ärzte den Kopf schüttelten.« Es sei nicht etwa das Aids, das Babys und Kleinkinder töte, so die Leugner, es seien die antiretroviralen Medikamente.</p>
<p>Präsident Mbeki schickte einen Brief an führende Staatsmänner der ganzen Welt, in dem er den Kampf der »Aids-Dissidenten« mit dem Kampf gegen die Apartheid gleichsetzte. Die Washington Post beschrieb die Reaktion im Weißen Haus: »So verblüfft waren einige Beamte vom Ton und vom Timing des Schreibens – die Vorbereitungen für die Julikonferenz in Durban waren in vollem Gange –, dass mindestens zwei von ihnen, laut Aussage diplomatischer Quellen, sich bemüßigt fühlten, seine Echtheit zu prüfen.« Viele hundert Abgeordnete verließen bei Mbekis Ansprache angewidert den Saal, andere gaben an, sie seien wie vor den Kopf geschlagen. Über 5000 Forscher und Aktivisten in der ganzen Welt unterzeichneten die Durban Declaration, ein Dokument, das sämtliche Behauptungen und Befürchtungen der »Aids-Dissidenten« – wenigstens die gemäßigteren – zur Sprache brachte und widerlegte.</p>
<p>Vor allem wehrte man sich gegen den Vorwurf, die Menschen würden einfach an Armut sterben:<br />
Der Beweis, dass Aids von HIV-1 oder HIV-2 verursacht wird, ist eindeutig und erschöpfend belegt … Wie bei jeder anderen chronischen Infektion der Fall, spielen bei der Bestimmung des Krankheitsrisikos diverse weitere Faktoren eine Rolle. Personen, die mangelernährt sind, die bereits an anderen Infektionen leiden oder schon älter sind, sind empfänglicher für einen schnellen Krankheitsverlauf nach einer HIV-Infektion. Jedoch widerlegt keiner dieser Faktoren den wissenschaftlichen Beweis, dass das HI-Virus die einzige Ursache von Aids ist … Das Risiko einer Übertragung des Virus von der Mutter auf das Kind kann mindestens um die Hälfte reduziert werden, wenn kurze Zyklen antiviraler Medikamente verabreicht werden … Was sich in dem einen Land am besten bewährt hat, muss nicht zwangsläufig für ein anderes gelten. Doch um die Krankheit einzudämmen, sollte ein jeder zunächst begreifen, dass HIV der Feind ist. Nur die Forschung, kein Mythos, führt zur Entwicklung wirksamerer, kostengünstigerer Therapien.</p>
<p>Es half alles nichts. Bis 2003 weigerte sich die Regierung Südafrikas aus Prinzip, geeignete antiretrovirale Behandlungsprogramme einzuführen, und selbst danach war ihre Mitarbeit nur halbherzig. Erst nach einer massiven Aufklärungskampagne durch Nichtregierungsorganisationen wie die Treatment Action Campaign hatte dieser Wahnsinn ein Ende, doch sogar als das Kabinett des Afrikanischen Nationalkongresses ANC sich für die Zulassung der Medikamente aussprach, gab es Widerstand. Mitte 2005 mussten noch immer mindestens 85 Prozent der HIV-Infizierten, also etwa eine Million Menschen, auf antiretrovirale Medikamente verzichten.</p>
<p>Dieser massive Widerstand war natürlich nicht nur einem Mann geschuldet; auch Mbekis Gesundheitsministerin Manto Tshabalala-Msimang spielte eine große Rolle. Als eifrige Kritikerin von HIV-Medikamenten trat sie gutgelaunt im Fernsehen auf, um ihre Gefahren zu übertreiben und ihren Nutzen herunterzuspielen, und wenn man sie fragte, wie viele Patienten eine wirksame Behandlung erhielten, wurde sie ärgerlich und ausweichend. 2005 erklärte sie, sie werde sich nicht dazu »drängen« lassen, drei Millionen Patienten auf antiretrovirale Medikamente zu setzen, die Menschen ignorierten schlicht die Notwendigkeit einer gesunden Ernährung, sie werde Patienten daher auch weiterhin vor den Nebenwirkungen der antiretroviralen Medikamente warnen und sagen: »Dies bestätigt wieder einmal, dass wir sind, was wir essen.«</p>
<p>Der Ausspruch klingt schaurig vertraut. Tshabalala-Msimang war, wie sich herausstellte, auch eine Befürworterin der Thesen von Matthias Rath und weigerte sich, seine Aktivitäten überprüfen zu lassen. Sie ist eine zähe Verfechterin dieser Hobby-Ernährungswissenschaft aus den Hochglanzmagazinen, wie sie Ihnen inzwischen hinlänglich bekannt sein dürfte. Die Heilmittel, die sie gegen Aids ins Feld führte, waren rote Beete, Knoblauch, Zitronen und Yamswurzeln.</p>
<p>Ein vielsagendes Zitat der Gesundheitsministerin eines Landes, in dem täglich 800 Menschen an Aids sterben, ist das folgende: »Roher Knoblauch und Zitronenschale – sie verleihen nicht nur ein schönes Gesicht und eine schöne Haut, sondern bewahren auch vor Krankheiten.« Der Informationsstand Südafrikas in der Welt-Aids-Konferenz in Toronto 2006 wurde von Delegierten als die »Salatbude« bezeichnet. Er war garniert mit ein wenig Knoblauch, roter Beete, Yamswurzeln und weiteren ausgesuchten Gemüsesorten. Später wurden noch einige Schachteln antiretroviraler Medikamente hinzugefügt, die man angeblich jedoch in letzter Minute von anderen Konferenzteilnehmern geborgt hatte.</p>
<p>Alternativmediziner weisen gern darauf hin, dass ihre Behandlungsmethoden nicht ausreichend erforscht wurden. Wie Sie jetzt wissen, trifft dies oft nicht zu, und im Fall der bevorzugten Gemüsesorten der Gesundheitsministerin war in der Tat Forschung betrieben worden, mit Ergebnissen, die alles andere als vielversprechend waren. Als Tshabalala-Msimang im Sender SABC dazu befragt wurde, gab sie die Art von Antworten, wie man sie auf jeder beliebigen Dinner Party in Nordlondon zum Thema alternative Heilmethoden erwarten könnte. Zunächst wurde sie zu einer Studie der Universität Stellenbosch befragt, deren Ergebnisse darauf schließen ließen, dass die bevorzugte Pflanze der Ministerin, die Yamswurzel, für Menschen, die Aids-Medikamente einnehmen, sogar gefährlich sein könnte. Eine Studie, die die Wirksamkeit der Yamswurzel bei HIV untersuchte, musste sogar frühzeitig abgebrochen werden, weil die Patienten, die die Pflanzenextrakte erhielten, nach acht Wochen eine schwere Knochenmarksuppression und einen Abfall ihrer CD4-Zellzahl entwickelten – was sehr schlimm ist. Noch dazu kommt es bei Katzen mit Feliner Immunschwäche, nachdem man ihnen den Extrakt desselben Gemüses verabreicht hatte, schneller zur Aids-Erkrankung als bei ihren unbehandelten Artgenossen der Kontrollgruppe. Die afrikanische Yamswurzel scheint mir also kein zuverlässiges Heilmittel zu sein.<br />
Tshabalala-Msimang war anderer Meinung: Die Forscher sollten zurück in ihre Labors gehen und noch einmal »vernünftig forschen«. Warum? Weil HIV-Infizierte, die Yamswurzeln zu sich nahmen, nach eigenem Dafürhalten eine Verbesserung verspürten. Jemand hatte beteuert, er oder sie fühle sich besser. Warum sollte man diese Worte anzweifeln?, wollte sie wissen, nur weil sie wissenschaftlich nicht nachweisbar waren? »Wenn jemand sagt, er fühle sich besser, soll ich dann dagegenhalten ›Nein, das glaube ich dir nicht? Ich will lieber Wissenschaft an dir betreiben?‹« Auf die Frage, ob es eine wissenschaftliche Grundlage gebe für ihre Ansichten, antwortete sie: »Wessen Wissenschaft?« Und da liegt vielleicht der Hund begraben, wenn es auch nicht die Lösung ist. Afrika ist ein Kontinent, der von der entwickelten ersten Welt in brutalerWeise ausgebeutet wurde, zunächst von den Herrschenden, dann vom globalisierten Kapital. Verschwörungstheorien über Aids und die westliche Medizin sind in diesem Zusammenhang durchaus verständlich. Die Pharmaindustrie ist immerhin dabei ertappt worden, wie sie in Afrika Medikamententests durchführte, die in keinem Land der entwickelten Welt möglich wären.</p>
<p>Viele finden es verdächtig, dass die meisten Aids-Opfer unter der schwarzen Bevölkerung Afrikas zu beklagen sind, und verweisen auf die Programme zur biologischen Kriegführung, die von den Apartheid-Regimes entwickelt wurden; es wurde auch der Verdacht geäußert, dass der wissenschaftliche Diskurs über HIV/Aids womöglich nur ein Vehikel sein könnte, eine Art Trojanisches Pferd, das noch mehr politisch und ökonomisch ausbeuterische Pläne um das Problem herum ins Land schleusen würde, das doch vor allem der Armut geschuldet ist.<br />
Zudem sind es junge Staaten, für die Konzepte wie Unabhängigkeit und Selbstbestimmtheit vollkommen neu sind und die darum kämpfen, nach jahrhundertelanger Kolonialherrschaft ihre wirtschaftliche Stärke und ihre wahre kulturelle Identität zu finden. Die traditionelle Heilkunde stellt dabei eine bedeutende Verbindung her zur autonomen Vergangenheit; abgesehen davon waren antiretrovirale Medikamente geradezu absurd teuer, und bis Maßnahmen gegen den Preis griffen, hatten viele Afrikaner tatsächlich keinen Zugang zu medizinischer Versorgung.</p>
<p>Wir können uns leicht über andere erheben und vergessen dabei, dass wir im Westen unsere eigenen seltsamen kulturellen Marotten haben, die uns davon abhalten, vernünftige Gesundheitsprogramme aufzustellen. Um Beispiele zu finden, brauchen wir nicht einmal das Thema MMR zu bemühen. Es gibt zum Beispiel genügend Beweise, die belegen, dass saubere Spritzen die Verbreitung von HIV eindämmen, aber anstatt sie zu verteilen, gab man der Kampagne »Sag nein zu Drogen« den Vorzug. Karitative Organisationen, die von US-amerikanischen christlichen Gruppen finanziert werden, lehnen es ab, sich mit dem Thema Geburtenkontrolle zu befassen, und dem Wort Abtreibung begegnet man – und das in Ländern, in denen die Kontrolle über die eigene Fruchtbarkeit den Unterschied zwischen Erfolg und Scheitern im Leben ausmachen könnte – mit einem kalten, frommen Blick. Diese realitätsfernen moralischen Prinzipien sind so tief verwurzelt, dass Pepfar, der Notfallplan des US-amerikanischen Präsidenten zur Aids-Bekämpfung, eigens darauf bestand, dass jeder Empfänger internationaler Hilfsgelder eine Erklärung unterzeichnen musste, in der er ausdrücklich zusicherte, nichts mit Prostitution zu tun zu haben.</p>
<p>Bei aller zu Gebote stehenden Rücksicht auf das christliche Wertesystem bin ich dennoch der Meinung, dass es fast ein Eckpfeiler jeder wirksamen Aids-Politik ist, die Prostituierten in die Pflicht zu nehmen: Käuflicher Sex ist oft ein »Übertragungsweg«, und Prostituierte stellen nun einmal eine Risikogruppe dar; doch das Ganze greift noch weiter. Gesteht man den Prostituierten das Recht zu, auf die Verwendung von Kondomen zu bestehen, verhindert man, dass HIV sich in der Gesamtbevölkerung ausbreitet. Hier treffen Wissenschaft und Kultur aufeinander …. Aber vielleicht ist ja Ihren Freunden und Nachbarn in der Vorstadtidylle, in der Sie nun heimisch geworden sind, der moralische Grundsatz, man habe sich von Sex und Drogen gefälligst fernzuhalten, wichtiger als die Tatsache, dass Menschen an Aids sterben; und dann sind sie vielleicht nicht minder irrational als Thabo Mbeki.</p>
<p>Dies also war die Situation, in die der Vitaminpillen-Hersteller Matthias Rath sich ins Spiel brachte. Mit dem Vermögen, das er in Europa und Amerika angehäuft hatte, machte er sich alte antikoloniale Ängste zunutze, ohne die Ironie darin zu erkennen, dass er als Weißer Pillen feilbot, die in einer Fabrik in der Ersten Welt hergestellt worden waren. Seine Werbekampagne war ein durchschlagender Erfolg. Er betrieb mit einzelnen Patienten Werbung, um die Wirksamkeit seiner Wunderpillen zu belegen – in Wahrheit sind einige seiner berühmtesten Erfolgsgeschichten an Aids gestorben. Als man sie zum Tod von Raths Starpatienten befragte, antwortete Gesundheitsministerin Tshabalala-Msimang: »Wenn ich Antibiotika einnehme und sterbe, muss das ja nicht unbedingt heißen, dass ich an den Antibiotika gestorben bin.« Mit dieser Meinung steht sie nicht allein: Südafrikas Politiker haben sich durchweg geweigert einzuschreiten, Rath genießt den Schutz der Regierung, und ihre führenden Köpfe haben es abgelehnt, sich von seinen Machenschaften zu distanzieren oder seine Aktivitäten zu kritisieren. Tshabalala- Msimang hat erklärt, dass die Rath-Stiftung die Position der Regierung nicht untergrabe. »Wenn, dann unterstützt sie sie.«<br />
2005 unterzeichneten 199 führende Ärzte in Südafrika, von der Untätigkeit der Regierung entnervt, einen offenen Brief an die Gesundheitsbehörde in Western Cape und baten sie, gegen die Rath-Stiftung Schritte zu unternehmen. »Unsere Patienten werden mit Propaganda überschwemmt, die sie ermutigt, die lebensrettenden Medikamente abzulehnen«, hieß es darin. »Viele von uns hatten mit HIV-infizierten Personen zu tun, die ihre Gesundheit aufs Spiel setzten, indem sie infolge der Aktivitäten dieser Stiftung ihre antiretroviralen Mittel absetzten.«</p>
<p>Raths Werbekampagnen gehen unvermindert weiter. Er behauptete sogar, dass seine Aktivitäten von zahllosen Sponsoren und Befürwortern unterstützt würden, einschließlich der Weltgesundheitsorganisation WHO, der UNICEF und UNAIDS. Sie alle haben Stellungnahmen herausgegeben, die Raths Behauptungen und Aktivitäten kategorisch ablehnen.</p>
<p>Der Mann hat eindeutig Chuzpe. Seine Werbekampagnen sind außerdem gespickt mit umfangreichen wissenschaftlichen Behauptungen. Es wäre falsch von uns, die Wissenschaft in dieser Geschichte zu vernachlässigen, also sollten wir einige dieser Behauptungen genauer betrachten, besonders diejenige, die sich auf eine Harvard-Studie in Tansania berief. Er beschrieb die Forschung in ganzseitigen Anzeigen, von denen einige in der New York Times und in der Herald Tribune erschienen sind. Er bezieht sich auf diese bezahlten Anzeigen – ich sollte es erwähnen –, als sei er von den Redaktionen lobend erwähnt worden. Wie auch immer, diese Forschung zeigte, dass Multivitaminpräparate in der Bevölkerung eines Entwicklungslands, die von Aids betroffen ist, von Nutzen sein können: Gegen dieses Ergebnis ist nichts einzuwenden, und es gibt vielerlei Gründe für die Annahme, dass Vitamine für eine gesundheitlich angeschlagene, häufig mangelernährte Bevölkerung von Nutzen sein könnten.<br />
Die Forscher engagierten 1078 HIV-infizierte schwangere Frauen und verabreichten ihnen, nach dem Zufallsprinzip, entweder ein Vitaminpräparat oder ein Placebo. Man nehme einmal mehr zur Kenntnis, dass es sich hierbei um eine umfangreiche, stichhaltige, mit öffentlichen Geldern subventionierte und von Schulmedizinern durchgeführte Studie zu Vitaminen handelt, entgegen den Behauptungen der Ernährungsberater, dass Studien dieser Art nicht existierten. Die Frauen wurden über mehrere Jahre beobachtet, und am Ende der Studie waren lediglich 25 Prozent der Frauen, die diese Vitamine einnahmen, ernsthaft erkrankt oder tot gegenüber 31 Prozent der Frauen, die Placebos erhalten hatten. Es gab auch einen statistisch signifikanten Nutzen, was die CD4-Zellzahl (ein Maß für HIV-Aktivität) und die virale Belastung anbelangten. Diese Ergebnisse waren keinesfalls dramatisch – und kein Vergleich zu den messbaren lebensrettenden Vorteilen von antiretroviralen Medikamenten –, zeigten allerdings, dass sowohl eine bessere Ernährung als auch preisgünstige Generika-Vitaminpillen eine einfache und verhältnismäßig erschwingliche Methode darstellen könnten, um bei manchen Patienten die Notwendigkeit, mit der medikamentösen Behandlung zu beginnen, geringfügig hinauszuzögern.<br />
In Raths Händen wurde diese Studie zum Beweis, dass Vitaminpillen der medikamentösen Behandlung von HIV/Aids überlegen sind, dass antiretrovirale Mittel »sämtliche Zellen im Körper – auch die weißen Blutzellen – ernsthaft schädigen«, und schlimmer noch, dass sie »die Immunschwäche dadurch nicht verbesserten, sondern eher noch verschlimmerten und die Aids-Epidemie weiter verbreiteten«.<br />
Die Forscher der Harvard School of Public Health waren so entsetzt, dass sie eine Presseverlautbarung formulierten, in der sie ihre Befürwortung der medikamentösen Behandlung betonten und sachlich, mit unzweideutiger Klarheit, feststellten, dass Matthias Rath ihre Studienergebnisse falsch ausgelegt habe.</p>
<p>Die Medienaufsichtsbehörde unternahm nichts.</p>
<p>Für Außenstehende ist die Geschichte ebenso rätselhaft wie einschüchternd. Die Vereinten Nationen haben Raths Werbekampagnen als »falsch und irreführend« verurteilt. »Dieser Mann tötet Menschen, indem er sie mit einer Therapie lockt, deren Wirksamkeit in keiner Weise wissenschaftlich erwiesen ist«, sagte Eric Goemaere, der Leiter der Organisation Médecins sans Frontières SA, ein Mann, der in Südafrika für die antiretrovirale Therapie warb. Rath hat ihn verklagt. Rath hat nicht nur die MSF auf dem Kieker. Er hat auch zeitraubende, kostspielige Verfahren – mittlerweile eingestellt oder gescheitert – gegen einen Professor der Aids-Forschung, gegen Kritiker in den Medien und viele mehr angestrengt.</p>
<p>Seinen widerlichsten Prozess führte er gegen die Treatment Action Campaign. Jahrelang war sie die Schlüsselorganisation im Kampf um den Zugang zu antiretroviralen Medikamenten in Südafrika, und sie kämpft an vier Fronten:<br />
Erstens gegen die eigene Regierung, damit sie endlich vernünftige Behandlungsprogramme für die Bevölkerung ausarbeitet.<br />
Zweitens gegen die Pharmaindustrie, die glaubt, sie müsse in Entwicklungsländern den vollen Preis für ihre Produkte berechnen, um die Kosten für Forschung und Entwicklung neuer Medikamente zu decken – dabei gibt die Pharmaindustrie, wie wir noch sehen werden, von ihrem 550-Milliarden-Dollar-Umsatz weltweit doppelt so viel für Werbung und Verwaltung aus wie für Forschung und Entwicklung.<br />
Drittens ist sie eine bodenständige Organisation, die hauptsächlich aus den schwarzen Frauen der Townships besteht, die an der Basis wichtige Aufklärungsarbeit leisten, was Vorbeugung und Behandlung betrifft, und sicherstellen, dass die Menschen wissen, welche Mittel verfügbar sind und wie sie sich schützen können.<br />
Und schließlich kämpft die Organisation gegen Gruppen, die Informationen propagieren, wie sie von Matthias Rath und seinesgleichen als Wahrheit verkauft werden. Rath hat eine massive Kampagne gegen sie gestartet. Er verteilt Werbematerial, in dem steht: »Die Medikamente der Treatment Action Campaign bringen euch um« und »Schluss mit dem Aids-Genozid durch das Pharmakartell!«, und behauptet – wie Sie wohl schon erraten haben –, dass es eine internationale Verschwörung der Pharmakonzerne gebe, die im Interesse ihrer eigenen Gewinnsucht erpicht darauf seien, die Aids-Krise zu verlängern, indem sie Medikamente verabreichten, die die Krankheit verschlimmerten. TAC müsse Teil dieser Verschwörung sein, so die Argumentation, weil sie Kritik übe an Matthias Rath. Genau wie ich befürwortet auch TAC eine gesunde, ausgewogene Ernährung. Doch in Raths Hetzschriften geht sie am Gängelband der Pharmaindustrie, wird zum »Trojanischen Pferd« und zum »willfährigen Hündchen«. TAC hat ihre Finanzierung und Aktivitäten offengelegt, und nirgends sind Verbindungen dieser Art zu erkennen: Rath hat keinerlei Beweise vorgelegt, die das Gegenteil belegen, und deswegen sogar einen Prozess verloren, aber er will die Sache trotzdem nicht auf sich beruhen lassen. Er stellt sein verlorenes Verfahren vielmehr als triumphalen Sieg dar.</p>
<p>Der Gründer von TAC ist ein Mann namens Zackie Achmat, und er ist fast so etwas wie ein Held. Er ist Südafrikaner und nach der Nomenklatur des Apartheid-Regimes, in dem er aufwuchs, ein Farbiger. Im Alter von vierzehn Jahren legte er Feuer in seiner Schule, und Sie an seiner Stelle hätten wohl dasselbe getan. Er wurde festgenommen und unter Südafrikas gewalttätigem, brutalem, weißem Regime eingesperrt, mit allen Konsequenzen. Er ist auch schwul und HIV-positiv und weigerte sich, antiretrovirale Medikamente einzunehmen, solange sie nicht jedermann im öffentlichen Gesundheitssystem zugänglich wären, selbst als er an Aids erkrankt war und zu sterben drohte, selbst als Nelson Mandela, der öffentlich für antiretrovirale Medikamente und Achmats Arbeit eintrat, ihn persönlich anflehte, er solle sich doch retten.</p>
<p>Und jetzt kommen wir endlich zum Tiefpunkt dieser ganzen Geschichte, nicht nur für Matthias Raths Bewegung, sondern für die Bewegung der Komplementär- und Alternativmedizin auf der ganzen Welt. 2007 reichte Raths früherer Angestellter Anthony Brink unter mächtigem Trara und großer Medienaufmerksamkeit eine formelle Klage gegen Zackie Achmat ein, den Leiter der Organisation TAC. Absurderweise reichte er seine Klage beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag ein und beschuldigte Achmat des Genozids, weil er sich erfolgreich dafür eingesetzt hatte, dass die Menschen in Südafrika Zugang zu Medikamenten gegen HIV erhielten.</p>
<p>Es ist kaum zu erklären, wie viel Einfluss die »Aids-Dissidenten « in Südafrika haben. Brink ist Anwalt, hat einflussreiche Freunde, und seine Anwürfe wurden in den staatlichen Nachrichtenmedien – und in einigen Ecken der westlichen Schwulenpresse – als seriöse Nachricht gehandelt. Ich glaube nicht, dass auch nur einer der Journalisten, der über Brinks Anklageschrift berichtete, deren Inhalt bis zum Ende gelesen hat.</p>
<p>Ich habe es getan.<br />
Auf den ersten siebenundfünfzig Seiten taucht das gewohnte Aids-Dissidenten-Material gegen Medikamente auf. Doch dann, auf der Seite achtundfünfzig, verwandelt sich diese »Anklage«-Schrift plötzlich in etwas weitaus Gemeineres und Enthemmtes, da Brink zu Papier bringt, was seiner Meinung nach die geeignete Strafe wäre für Zackie.Weil ich nicht möchte, dass man mich einer selektiven Veröffentlichung beschuldigt, werde ich den gesamten Abschnitt für Sie unredigiert wiedergeben, dann können Sie selbst entscheiden.</p>
<p>Angemessenes Strafmaß</p>
<p>Im Hinblick auf Ausmaß und Schwere von Achmats Verbrechen und seiner direkten persönlichen Schuld am »Tod vieler tausend Menschen«, um seine eigenenWorte zu zitieren, möchte ich dem Internationalen Strafgerichtshof hochachtungsvoll vorschlagen, dass er ihm die Höchststrafe auferlegen möge nach Artikel 77.1(b) des Rom-Statuts, nämlich eine ununterbrochene Verwahrung in einem kleinen weißen Stahl- und Betonkäfig, unentwegt von hellem Neonlicht beleuchtet, um ihn im Auge zu behalten; seine Wärter sollen ihn täglich in den Gefängnisgarten führen, wo er nährstoffreiche Gemüsesorten kultivieren kann, auch bei Regen. Damit er der Gesellschaft seine Schuld zurückzahle, soll er gezwungen werden, die antiretroviralen Medikamente, für die er sich stark macht, täglich, unter ärztlicher Aufsicht zu schlucken, in der vollen vorgeschriebenen Dosis, morgens, mittags und abends, ohne Unterbrechung. Um zu verhindern, dass er nur vorgibt, sich der Behandlung zu beugen, sollen ihm die Mittel nötigenfalls mit dem Finger in den aufgezwungenen Schlund gestoßen werden, oder, falls er zu viel beißt, tritt und schreit, soll er mit Kabelbindern um Knöchel, Armgelenke und Hals auf eine Trage gefesselt und das Mittel ihm in den Arm gespritzt werden, bis er den Geist aufgibt. So wird dieses stinkende, widerliche, skrupellose und bösartige Geschwür auf der menschlichen Rasse endlich ausradiert, das die Menschen in Südafrika, die meisten schwarz, die meisten arm, seit nunmehr zehn Jahren plagt und vergiftet, seit dem Tag, an dem er und seine TAC-Freunde zum ersten Mal aufgetaucht sind.<br />
Unterzeichnet in Kapstadt, Südafrika, am 1. Januar 2007,<br />
Anthony Brink</p>
<p>Das Dokument wurde von der Rath-Stiftung als »absolut gültig und längst überfällig« bezeichnet.</p>
<p>Es geht hier weder um Matthias Rath noch um Anthony Brink oder Zackie Achmat oder Südafrika. Es geht vielmehr um die Kultur dessen, wie Ideenaustausch funktioniert und wie dies zusammenbrechen kann. Ärzte kritisieren andere Ärzte, Akademiker andere Akademiker, Politiker Politiker: Das ist normal und gesund, so lassen Ideen sich verbessern. Matthias Rath ist ein Alternativmediziner made in Europe. Er entstammt unserer Welt.</p>
<p>Trotz der extremen Heftigkeit dieses Falls ist nirgendwo auf der Welt auch nur ein einziger Alternativmediziner oder Ernährungsratgeber aufgestanden, um auch nur einen einzigen Aspekt der Aktivitäten von Matthias Rath und Kollegen zu kritisieren. Im Gegenteil: Der Mensch wird bis zum heutigen Tag gefeiert. Ich saß aufrichtig erstaunt dabei und sah zu, wie führende Alternativmediziner im Vereinigten Königreich Matthias Rath in einer öffentlichen Vorlesung Beifall klatschten (ich habe es auf Video, nur für den Fall, dass es Zweifel gibt). Staatliche Gesundheitsorganisationen verteidigen Rath auch weiterhin. Serienmails von Homöopathen propagieren seine Arbeit. Der britische Verein der Ernährungswissenschaftler wurde von Bloggern aufgefordert, Stellung zu beziehen, lehnte dies jedoch ab. Die meisten seiner Mitglieder werden sich, wenn man sie darauf anspricht, elegant aus der Affäre ziehen. »O«, werden sie sagen, »ich weiß eigentlich nicht viel darüber.« Nicht ein einziger wird vortreten und seine Kritik äußern.</p>
<p>Die Bewegung der Alternativmedizin ist in einer Weise unfähig, sich einer kritischen Selbsteinschätzung zu unterziehen, dass sie nicht einmal in einem Fall wie dem von Rath in Aktion tritt: Ich meine damit zigtausend Therapeuten, Autoren, Verwaltungsbeamte und so weiter. Und so kommt es, dass Ideen ganz fürchterlich aus dem Ruder laufen. In der Schlussbemerkung zu diesem Buch, die ich geschrieben habe, bevor es mir möglich war, dieses Kapitel hinzuzufügen,argumentiere ich, dass die größten Gefahren im Zusammenhang mit den Problemen, über die wir berichtet haben, kultureller und intellektueller Natur sind.</p>
<p>Vielleicht habe ich mich getäuscht.</p>
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		<title>Die Homöopathie- hörensagenbasierte Ahnungslosigkeit bei Spreeblick</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Jul 2010 00:12:49 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Homöophobie: Die Placebo-Debatte,www.spreeblick.com, Johnny Haeusler &#124; 14.07.2010 um 14:48 Der Spreeblick ist einer der Top-Blogs in Deutschland. Die können gesellschaftliche Themen schon ziemlich selbstbewusst angehen. Scheiße schreiben ist im Internet trotzdem keine gute Idee. Schauen wir mal: Bei Temperaturen über 30 Grad verwundert es nicht, dass die Debatten heiß laufen und einige Hitzköpfe nur zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.spreeblick.com/2010/07/14/homoophobie-die-placebo-debatte/">Homöophobie: Die Placebo-Debatte,www.spreeblick.com, <em>Johnny Haeusler  | 14.07.2010 um 14:48</em></a><br />
Der <a href="http://www.spreeblick.com/">Spreeblick</a> ist einer der <a href="http://www.deutscheblogcharts.de/archiv/2010-27.html">Top-Blogs</a> in Deutschland. Die können gesellschaftliche Themen schon ziemlich selbstbewusst angehen. Scheiße schreiben ist im Internet trotzdem keine gute Idee. Schauen wir mal:</p>
<blockquote><p>Bei Temperaturen über 30 Grad verwundert es nicht, dass die Debatten heiß laufen und einige Hitzköpfe nur zu gerne im Sommerlochpool der Selbstgerechtigkeit baden.</p></blockquote>
<p>Aha, selbstgerechte Hitzköpfe nutzen also das Sommerloch zum Debattieren. Worüber?</p>
<blockquote><p>Dabei stört es mich keineswegs, dass über Sinn und Unsinn der Homöopathie diskutiert wird, über ein Thema also, das mit feiner Regelmäßigkeit alle paar Jahre wieder in die Medien stolpert – leider mit den immer gleichen, sich im Kreis drehenden Argumenten.</p></blockquote>
<p>Die Diskussion über Sinn oder Unsinn einer <a href="http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Hom%C3%B6opathie">Homöopathie</a>debatte stört ihn also nicht, nur die gleichbleibende Argumentation. Was soll man sagen? Naturgesetze sind keine Modeerscheinungen. Wenn vor 100 Jahren <a href="http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Potenzierung#Gr.C3.B6.C3.9Fenordnungen_.C3.BCblicher_hom.C3.B6opathischer_Potenzen">in den homöopathischen Mitteln kein Wirkstoff</a> war, dann ist das auch heute noch so. Wenn vor über <a href="http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Donner-Bericht_zur_Hom%C3%B6opathie">70 Jahren die Mittelchen trotz Führerbefehl keine Wirksamkeit zeigten</a>, warum sollten sie es heutzutage tun? Wenn 2005 das <a href="http://www.wissenschaft-online.de/artikel/787700">endgültige wissenschaftliche Aus für die Homöopathie im Journal &#8220;Lancet&#8221;</a> verkündet wurde, dann ist es 2010 irgendwie sinnlos, sich einen neuen Dreh auszudenken, warum die Homöopathie völlig bescheuert ist.<br />
Den nächsten Satz muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.  <span id="more-1761"></span></p>
<blockquote><p>Mich stört aber die fast aggressive Überheblichkeit einiger Homöopathiekritiker, die immer dann zu beobachten ist, wenn sich das Leben von dort fortbewegt, wo man es sich doch gerade so gemütlich zurecht gelegt hat.</p></blockquote>
<p>Dieser Satz ist mit einem Link zum Interview mit Edzard Ernst <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,706257,00.html">&#8220;Die Homöopathie ist ein Dogma&#8221;</a> unterlegt.<br />
Was ist an der Realität aggressiv? Ist es etwa auch aggressiv und überheblich zu behaupten, dass die Erde sich um die Sonne dreht?<a href="http://www.scienceblogs.de/plazeboalarm/2010/07/das-mussen-wir-klaren-warum-immer-nur-edzard-ernst.php#comment127171"> Ernsts Professur</a> läuft wahrscheinlich aus, weil er den Homöopathen eben keine Gefälligkeitsstudien geliefert hat, sondern aus wissenschaftlich gewonnenen Fakten ehrliche Schlüsse gezogen hat. Das ist nicht jemand, der sich eine kuschelige Nische gesucht hat und sich dem Leben verschließt. Diese Vorwürfe sind wirklich dumm, ignorant, wissenschaftsfeindlich.</p>
<blockquote><p>Und es stört mich außerdem, dass es die Bundesregierung weiterhin nicht schafft, eine sinnvolle Gesundheitsreform auf die Beine zu stellen und über tatsächliche Mängel im System zu sprechen.</p></blockquote>
<p>Ok, darüber kann man sich ärgern.</p>
<blockquote><p>Ich selbst habe keine homöopathischen Wundergeschichten zu erzählen, kenne aber (wie fast jeder) natürlich Menschen mit äußerst positiven Erfahrungen.</p></blockquote>
<p>Hörensagen-echt jetzt?<br />
Erfolgsgeschichten vom Hörensagen, wow. So eine Argumentation ist unterirdisch, doof, ignorant und menschlich, allerdings lockt man damit überhaupt nichts mehr hinter dem Ofen hervor. Damit sollte man mittlererweile schon am Stammtisch Probleme bekommen, im Netz 2010 geht sowas gar nicht mehr. <em><a href="Spreeblick ist heute eines der bekanntesten Weblogs in Deutschland und wurde im Juni 2006 mit dem Grimme Online Award Spezial für „kreative Leistung, Gestaltung und Textqualität“ ausgezeichnet.">Spreeblick ist heute eines der bekanntesten Weblogs in Deutschland und wurde im Juni 2006 mit dem Grimme Online Award Spezial für „kreative Leistung, Gestaltung und Textqualität“ ausgezeichnet.</a></em>- 2006 ist schon ein paar Jahre her und nicht jeder Tag ist ein guter Tag zum Schreiben.</p>
<blockquote><p>Viel wichtiger ist aber: Ich vertraue Ärzten, die sich sowohl mit der Schulmedizin als auch mit alternativen Heilmethoden beschäftigen und auskennen, weitaus mehr als denjenigen, für welche die medizinische Forschung abgeschlossen zu sein scheint. Warum? Weil ich sie als weniger ignorant und viel mehr an meiner gesundheitlichen Historie, meiner Person und meiner Lebensweise interessiert kennengelernt habe als ihre Kollegen, die mir ihren frisch angeschafften Röntgenapparat vors Hirn knallen, bevor sie mir auch nur eine Frage gestellt haben.</p></blockquote>
<p>Warum vertraut er dann nicht <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Edzard_Ernst">Edzard Ernst, dem weltweit ersten Professor für Komplementärmedizin</a>? Nein, der &#8220;informierte&#8221;, pseudokritische, saturierte Großstädter vertraut natürlich solchen Ärzte, die ordentlich Jodeldiplome für Quackverfahren an den Wänden hängen haben.<br />
Und Ärzte, die ihre Patienten nicht mit <a href="http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Alternativmedizin">so genannten Naturheilverfahren</a> betrügen, haben sich den Ergebnissen der medizinischen Forschung verschlossen.-Das ist Denke auf Vorabendserienniveau. Es leben die Vorurteile und Reflexe. Das Klischee der wortkargen Radiologen wird auch noch bedient, die Leute wollen schließlich keine Neuigkeiten, sondern eine Bestätigung ihrer Vorurteile. Ein Top Ten-Blog muss auch mal Instinkte bedienen, damit die Leser bleiben.</p>
<blockquote><p>Privatpatienten kennen die teils aberwitzigen Rechnungen nach einem fünfminütigen Arztbesuch und gesetzlich versicherte Frauen, die mehrere Schwangerschaften hinter sich haben, können von Behandlungen und Untersuchungen berichten, die zunächst immens wichtig und absolute Pflicht waren (da sie von der Kasse bezahlt wurden) und zwei Jahre später als gefährlicher Unsinn deklariert wurden (weil die Kassen diesen Posten nicht mehr übernahmen). Und über die um sich greifende Unmöglichkeit, als Pflichtversicherter überhaupt einen Arzt zu finden, könnten wir ja auch mal sprechen – immer mehr Ärzte fragen den Versicherungsstatus des Anrufers automatisiert ab und schicken den Pflichtversicherten das Besetztzeichen als Wartemelodie, und auch die beschilderte Unterteilung der Patienten schon am Praxisempfang ist keine Seltenheit mehr. Ratet, an welcher Schlange man länger warten muss? Richtig.</p></blockquote>
<p>Ärztebashing kommt immer gut, das mögen die jungen und gesunden Leser. Zeig es diesen arroganten Fachleuten, Johnny!<br />
Mach uns den selbstgerechten Rächer der Kassenpatienten! Was hat das mit dem Blödsinn Homöopathie zu tun, der in dieser Woche Sommerlochthema ist?<br />
Nichts, außer dass die Homöopathen zwar <a href="http://kidmed.de/?p=154">Trittbrettfahrer der wissenschaftlichen Medizin sind, aber schon immer statt Wirksamkeitsnachweise zu bringen, auf den bekannten Fehlern der funktionierenden Medizin rumreiten.</a></p>
<blockquote><p>Wer sich über die paar Millionen Homöopathiekosten wirklich aufregt, der tut also gerade so, als wäre die Schulmedizin und das sie umgebende System frei von Quacksalbern, Fragwürdigkeiten, Betrug, künstlich überhöhten Preisen, Pfusch und lebensgefährlichen Fehldiagnosen auf Kosten der Kassen und Patienten. Und obwohl ein Manko kein mögliches zweites rechtfertigt, wird es seine Gründe haben, wieso die aktuelle Debatte rund um die Homöopathie auch den Lobbyisten der Pharmaindustrie nicht schmecken dürfte: Diese fürchtet sich wohl kaum vor ein paar Globuli, sondern eher vor einer möglicherweise danach folgenden Diskussion um ihre eigenen Produkte und Vorgehensweisen. Eine Diskussion, die zwar wünschenswert wäre, sich mit entsprechenden Kontakten zur tonangebenden Politik aber wahrscheinlich ein weiteres Mal verhindern lässt.</p></blockquote>
<p>Die Kritik an der Homöopathie richtet sich mitnichten nur auf die Übernahme mancher Kosten durch die gesetzlichen Krankenkassen.<br />
Homöopathie ist in erster Linie Kindesmisshandlung, Therapieverschleppung und Beschiss. Homöopathie ist ein tolles Sommerlochthema. Schön, dass mal eine große Zeitung so etwas auf dem Titel hat.<br />
Das Kleinreden der Kosten ist ein Strohmann, den die <a href="http://www.dzvhae.com/portal/loader.php?org=1113&amp;query"> Homöopathielobby gerade aufbaut</a>. Die Spekulationen über den Geschmack der Pharmalobbyisten sind eben Spekulationen, die von keinerlei Sachkenntnis getrübt werden. Aber das Wort Pharmalobby kommt immer gut in Blogposts. Pharmalobby, das sind große multinationale Konzerne, die Profite machen. Die sind immer die Bösen. Auf den Reflex ist Verlass.</p>
<blockquote><p><strong>Die Wirkung der Homöopathie gilt als wissenschaftlich nicht nachgewiesen – und vielleicht wird sie es nie sein.</strong> Doch im Zusammenhang mit einer Gesundheitsreform liegen die wirklichen Kostenfaktoren sicher nicht im sprichwörtlichen homöopathischen Bereich. Wer sich in diesem Rahmen auf eine Anti-Homöopathie-Debatte einlässt, tut meiner Meinung nach genau das, was er anderen vorwirft: Er schluckt Placebos.</p></blockquote>
<p>Dieser erste Satz ist dermaßen platt, klischeehaft und ahnungslos, dass der keines Kommentars, sondern nur einer Fettung bedurfte.<br />
Das mit den Kosten ist der Strohmann. Relativ preiswerter Beschiss ist immer noch Beschiss.</p>
<p><strong>Nachtrag (19.07.2010):</strong></p>
<p>Der Blogbeitrag war mit heißer Nadel gestrickt und ich habe mich zu einigen sehr deutlichen Adjektiven hinreißen lassen. Das tut mir mittlererweile leid. Ich habe es nicht so mit den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/LOHAS">LOHAS</a> und dem postmodernen Zeitgeist. Ich kenne Edzard Ernst als einen anständigen und integren Wissenschaftler und <a href="http://www.hanser-literaturverlage.de/buecher/buch.html?isbn=978-3-446-23301-0&#038;PTBUCH=BUCH">Sachbuchautor</a>. Der Vorwurf der &#8220;fast aggressiven Überheblichkeit&#8221; sorgte für akutes Tastatur-Tourette. Die nächsten Blogbeiträge werden weniger impulsiv verfasst werden.<br />
Ich habe absolut nichts gegen den Johnny Häuser, ich habe nur etwas gegen schlechte Artikel über Alternativmedizin. Davon gibt es leider viel zu viele.<br />
<em>cohen</em></p>
<p>Lesetipp:</p>
<blockquote>
<p>@cohen: Kritik ist wichtig und unbedingt angebracht. Auch, und gerade, Medienkritik. Allerdings wirst Du sicherlich zugeben, dass zwischen dem von Dir verlinkten Artikel betreffs des Bayrischen Rundfunks und Deinem Artikel gegen Johnnys Text in der Tonalität ein gewaltiger Unterschied besteht. Ist der eine süffisant und mit einer humorvollen Distanz geschrieben, überschlägst Du Dich im Artikel gegen Johnny geradzu in Adjektiven, die man schnell persönlich nehmen kann (“ignorant”, “saturiert”, “doof”). Und genau dieser Unterschied ist es, der für mich eine gerechtfertigte Kritik, die in beiden Fällen angebracht ist, dann kaputt macht.</p>
<p>Die Kritik am BR ist wirkungsvoll, weil sie mit einem leichten Lächeln auf den Lippen die Fehler und Auslassungen aufzählt und die Argumente darin verpackt. Die Schmähkritik gegen Johnny wirkt dagegen wie ein wütend dahingeschriebener Text, der eine persönliche Abneigung gegen den Autor vermuten lässt (mag nicht so sein, wirkt auf mich aber so). Und das ist nicht hilfreich.
</p></blockquote>
<p><a href="http://www.othertimes.de/2010/07/16/eigenhirntherapie/#comment-30082">http://www.othertimes.de/2010/07/16/eigenhirntherapie/#comment-30082</a></p>
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		<title>The Vaccine Song</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Jul 2010 19:12:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cohen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[gute alte Zeit]]></category>
		<category><![CDATA[Impfen]]></category>

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		<description><![CDATA[Quelle, via]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><object width="640" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube-nocookie.com/v/u1xw0Ob5bqs&amp;hl=de_DE&amp;fs=1?rel=0"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube-nocookie.com/v/u1xw0Ob5bqs&amp;hl=de_DE&amp;fs=1?rel=0" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="640" height="385"></embed></object><br />
<a href="http://www.youtube.com/watch?v=u1xw0Ob5bqs">Quelle</a>, <a href="http://scienceblogs.com/insolence/2010/07/the_vaccine_song.php?utm_source=twitterfeed&#038;utm_medium=twitter&#038;utm_campaign=Feed%3A+scienceblogs%2Finsolence+%28Respectful+Insolence%29">via</a></p>
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		<title>Über das Nichts reden &#8211; Politiker zur Homöopathie</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Jul 2010 21:01:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Godesberg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Hoffen wir, dass es nicht nur ein Sommerloch-Thema ist: der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach möchte, dass den Krankenkassen verboten wird, die Kosten für Homöopathie zu übernehmen. Das CDU-Pendant zu Karl Lauterbach, Jens Spahn, findet das auch: &#8220;Wir haben Wahltarife für Homöopathie seinerzeit auf Wunsch von SPD und Grünen eingeführt. Sollte die SPD veränderungsbereit sein, können wir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hoffen wir, dass es nicht nur ein Sommerloch-Thema ist: der SPD-Gesundheitsexperte <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,705782,00.html">Karl Lauterbach möchte, dass den Krankenkassen verboten wird, die Kosten für Homöopathie zu  übernehmen</a>.</p>
<p>Das  CDU-Pendant zu Karl Lauterbach, <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,705969,00.html">Jens Spahn, findet das auch</a>:</p>
<blockquote><p>&#8220;Wir haben Wahltarife für Homöopathie seinerzeit auf Wunsch von SPD und Grünen eingeführt. Sollte die SPD veränderungsbereit sein, können wir sofort darüber reden.&#8221;</p></blockquote>
<p><span id="more-1745"></span></p>
<p>Die Wissenschaft ist sich sowieso einig. Einer drückt sich besonders deutlich aus:</p>
<blockquote><p>&#8220;Jürgen Windeler, der  zum 1. September seinen Job als Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) antritt, nennt die Homöopathie im SPIEGEL ein &#8220;spekulatives, widerlegtes Konzept&#8221;. Ein medizinischer Nutzen sei nicht erwiesen. &#8220;Dazu muss man auch gar nicht mehr weiterforschen, die Sache ist erledigt&#8221;, sagte der künftige oberste Medizinprüfer im Land.&#8221;</p></blockquote>
<p>Gut. Die Gesundheitsexperten der beiden größten Parteien sind sich einig, die Wissenschaftler sowieso, dann kann es ja los gehen!</p>
<p><strong>Mööööööp! Stop! </strong></p>
<p>Läuft nicht! Da fehlen noch ein paar.</p>
<p>Zum Beispiel Frau Künast, eigentlich eine, die dem Realo-Flügel der Grünen zuzuordnen ist, kommentiert:</p>
<blockquote><p>„Die  pauschale Kritik an der Homöopathie verkennt, dass selbst die  Schulmedizin in vielen Fällen auf die industrielle Nachahmung von  Heilmitteln zurückgreift, die es in der Natur kostenlos gibt.“</p></blockquote>
<p>Hmm. Frau Künast verkennt, dass man zu Dingen, von denen man offensichtlich keine Ahnung hat, besser schweigen sollte.</p>
<p>Man könnte vermuten, dass sie das<a href="http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Simile-Prinzip"> &#8220;simile&#8221;-Prinzip</a> nicht verstanden hat. Es geht nicht darum ähnliche Mittel zu suchen, wie die Natur sie zur Verfügung stellt, sondern um die Symptome. Falsche Ebene sozusagen.</p>
<p>Homöopathika  sind keine &#8220;natürlichen&#8221; Mittel. Homöopathika sind Wasser und Zucker. Da  steht &#8220;Nux vomica&#8221;, &#8220;<a href="http://www.homoeopathieforschung.de/mittel.php?reper=19">Caninum excrementum</a>&#8221; oder &#8220;<a href="http://www.homoeopathie-wichmann.de/provings/Tyto%20alba%20AMP.PDF">Tyto alba</a>&#8220;   drauf, das ist aber gar nicht drin.</p>
<p>Bitte Frau Künast, lesen Sie  das: <a href="http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Hom%C3%B6opathie">Homöopathie bei Esowatch</a></p>
<p>Vielleicht  bemerken Sie dann auch, dass ihr zweites Argument auch etwas seltsam  ist:</p>
<blockquote><p>&#8220;Die Kosten für Homöopathie stehenin keinem Verhältnis zu  den gigantischen Summen, die für Schulmedizin ausgegeben werden&#8221;</p></blockquote>
<p>Frau Künast. Kleinvieh macht auch Mist. Das sollten Sie als ehemalige  Landwirtschaftsministerin doch wissen!</p>
<p>Und außerdem: muss man die Abzocke eines Hütchenspielers in der Fußgängerzone akzeptieren, weil es eine Lohnsteuer gibt?</p>
<p>Und weiter geht es:</p>
<blockquote><p>„Wer die Kosten im Gesundheitswesen dämpfen will, sollte sich dort um die großen Mitnahmeeffekte kümmern, die keinen praktischen Nutzen für die Patienten haben.“</p></blockquote>
<p>Frau Künast hat einen Sinn für das Große! <strong>Kleine</strong> Mitnahmeeffekte, die keinen praktischen Nutzen für die Patienten haben, sind völlig in Ordnung!</p>
<p><a href="http://www.n24.de/news/newsitem_6194520.html">Ins gleiche Horn stößt auch eine weitere  ausgewiesene Gesundheitsexpertin der Grünen, Claudia Roth</a>:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ein  Verbot der Wahlangebote von Krankenkassen für homöopathische Behandlungsmethoden wäre vollkommen kontraproduktiv&#8221;, erklärte sie. Patienten, die auf gesunde Lebensführung achteten und mit homöopathischen Medikamenten gute Erfahrungen gemacht hätten, würden vor den Kopf gestoßen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Es ist nicht ganz klar, warum Homöopathie und gesunde Lebensführung einander bedingen sollen. Der Autor dieser Zeilen achtet auch stets auf eine gesunde Lebensführung und hält die Homöopathie trotzdem für völlig schwachsinnig.</p>
<p>Warum ist es eigentlich bei einer gesunden Lebensführung notwendig, offenbar ständig homöopathische Mittel einzunehmen?</p>
<p>Auch Frau Roth äußert sich zu den Finanzen:</p>
<blockquote><p>&#8220;Große Einsparmöglichkeiten im Gesundheitswesen  liegen nicht bei den Kleinbeträgen für Homöopathie, sondern bei den  gigantischen Summen im Bereich der klassischen Schulmedizin, die nicht  effektiv genug eingesetzt werden&#8221;, erklärte Roth.</p></blockquote>
<p>Frau Roth. Kleinvieh macht auch Mist. Das sollten Sie doch als ehemalige Managerin von <em>Ton Steine Scherben </em> bis zu deren <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ton_Steine_Scherben#Aufl.C3.B6sung_und_Neugr.C3.BCndung">Auflösung wegen Überschuldung wissen</a>.</p>
<p>Aber will Karl Lauterbach überhaupt Kosten senken?<br />
Er begründet seinen Vorstoß so:</p>
<blockquote><p>&#8220;Viele Patienten glauben, die Kassen zahlen nur das,  was auch nachweisbar hilft&#8221;, sagte er dem SPIEGEL. Er kritisiert vor allem die Techniker-Krankenkasse und die zahlreichen  Betriebskrankenkassen dafür, dass sie die Homöopathie bezahlen: &#8220;Die Krankenkassen adeln mit ihrem Vorgehen eine Wundermedizin wie die Homöopathie auch noch.&#8221;</p></blockquote>
<p><strong>Herr Lauterbach, Danke!</strong></p>
<p>Und was sagt eigentlich der Gesundheitsminister dazu?</p>
<blockquote><p>&#8220;Grundsätzlich  spricht nichts gegen Wahltarife, auch nicht bei der Homöopathie. Wenn eine Krankenkasse diesen Weg geht, kann und sollte ihr das nicht verwehrt werden&#8221;</p></blockquote>
<p>und</p>
<blockquote><p>&#8220;Wir wollen mehr Wettbewerb zwischen den  Kassen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Ja, wir wollen auch mehr Wettbewerb zwischen den niedersächsischen Geflügelzüchtern, Aldi und Lidl und in der Bundesliga.</p>
<p>Herr Rösler, Sie sind doch Arzt. Darf man Spekulationen darüber anstellen, warum Sie den Beruf lieber nicht ausüben? Angst vor Festlegung und Diagnosen?</p>
<p>Man kann sich nicht bei jeder inhaltlichen Entscheidung hinter dem Wettbewerb verstecken. Das wirkt irgendwie, hmm, glitschig. Meine Güte, haben Sie doch mal eine Meinung!</p>
<p>Kommen wir zum Kernpunkt des Artikels:</p>
<p><strong>Danke Herr Lauterbach für diese überfällige Diskussion.</strong></p>
<p>Nachtrag:<br />
Natürlich gibt es aber auch<a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,706139,00.html"> in der SPD Widerstand</a>, z.B. von einer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Carola_Reimann">promovierten Biotechnologin</a>:</p>
<blockquote><p>Auch die SPD im Bundestag lehnt die Forderung ihres Gesundheitsexperten Karl Lauterbach ab, den GKV die Erstattung für Homöopathie-Kosten zu untersagen. &#8220;Herr Lauterbach vertritt damit eine Einzelmeinung&#8221;, sagte Carola Reimann, SPD-Abgeordnete und Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag, der Zeitung. </p></blockquote>
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